Seit langem fordern die deutschen Kinder- und Jugendärzte schon ein umfassendes Tabakwerbeverbot. Geht es nun endlich voran?

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) als Dachverband der kinder- und jugendmedizinischen Verbände und Gesellschaften begrüßt die neuen politischen Initiativen hin zu einem Tabakwerbeverbot. Deutschland sei das einzige Land in der Europäischen Union, in dem Tabakwerbung mit großflächiger Außenwerbung auf Plakaten oder im Kino noch erlaubt ist“, kritisiert Prof. Dr. med. Hans-Iko Huppertz, Generalsekretär der DAKJ.

Damit verstößt die Bundesregierung gegen das auch von Deutschland unterzeichnete internationale Tabak-Rahmenabkommen der Weltgesundheitsorganisation WHO (FCTC). Insbesondere auf Kinder und Jugendliche hat Werbung einen starken Einfluss. Je häufiger Kinder und Jugendliche mit Tabakwerbung in Kontakt kommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie in ihrem Leben später Tabakprodukte konsumieren und entsprechende Abhängigkeiten entwickeln.

Denn so viel steht fest: Wer viel mit Zigarettenwerbung konfrontiert wird, hat doppelt so oft schon einmal geraucht und sogar dreimal so oft im letzten Monat unmittelbar nach der Schaltung der Werbung zum Glimmstängel gegriffen.

In anderen europäischen Ländern mit umfassenden Tabakwerbeverboten ist die Raucherquote insbesondere unter Jugendlichen mittlerweile deutlich zurückgegangen. Allerdings funktioniert das vor allem dann, wenn Werbeverbote auch wirklich lückenlos sind. Solange es bei partiellen Verboten bleibt, wie bisher in Deutschland, zeigt sich kaum eine Änderung im Rauchverhalten.

Huppertz und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordern deshalb, dass Deutschland den anderen EU-Ländern folgen und endlich ein umfassendes Werbeverbot für alle Tabakprodukte beschließen muss, wobei die seit einigen Jahren mit großem Werbeaufwand auf den Markt eingeführten sogenannten E-Zigaretten mit eingeschlossen werden müssten.


Quelle: Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) / ras