Ein neues Konsenspapier soll Fachkräften in der Pädiatrie mehr Orientierung und eine bessere Übersicht in diesem komplexen Spezialgebiet vermitteln.

Basis der Empfehlung ist eine 2018 vorgelegte internationale Leitlinie, die auf die spezifischen Aspekte der parenteralen Ernährung eingeht. Jetzt hat die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gemeinsam mit ihren österreichischen und schweizerischen Schwestergesellschaften sowie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) eine Empfehlung für Fachkreise vorgelegt, die insbesondere auf die praktische Anwendung der künstlichen Ernährung eingeht.

Bei einigen schweren Krankheiten können Kinder die Nahrung nicht oder nicht in ausreichender Menge über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen. Dann müssen die notwendigen Nährstoffe mit einer Infusionslösung über eine Vene zugeführt werden, wobei viele Details sehr sorgfältig zu beachten sind. In 14 Kapiteln wird sehr detailliert u.a. auf die Besonderheiten des Flüssigkeitsmanagements, der Mikro- und Makronährstoffzufuhr oder auch des Zugangs eingegangen. Das Konsenspapier geht auf die Neuerungen und Hauptaussagen der Guideline ein und stellt sie unter dem Ziel der praxisbezogenen Arbeitshilfe im pädiatrischen Alltag komprimiert zusammen.

Auch die Verwendung von Standardlösungen für sehr viele kindliche Patienten ist laut Prof. Koletzko möglich. Wo vorher je nach den individuellen Bedürfnissen eines Kindes eine eigene Lösung zubereitet wurde, kann nun die Modifikation einer gebrauchsfertigen Zubereitung verwendet werden. Das bedeutet eine Verbesserung der Patientensicherheit und eine Erleichterung der Anwendung. Kinder mit einem besonderen Nährstoffbedarf oder der Notwendigkeit einer langzeitigen intravenösen Ernährung bedürfen aber individuell zusammengestellter Nährstofflösungen.

Das Konsenspapier der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) ist abrufbar unter diesem Link auf der DGKJ-Homepage.


ras