Die neue S3-Leitlinie gibt umfangreiche Empfehlungen zur Frühtherapie für die Kinder- und Jugendärzte speziell auch zur Ernährung.

Wenn Stillen möglich ist und das Kind gut gedeiht, ist in den ersten vier Lebensmonaten Muttermilch optimal. Sollte das nicht möglich sein, wird zu industrieller Säuglingsmilchnahrung geraten und nur bei schlechtem Gedeihen zur Ernährung mit hochkalorischer Formula-Nahrung. Für die Beikost gelten die gleichen Empfehlungen wie für gesunde Kinder. Bei Gedeihstörungen kann die Kost auch kalorisch angereichert werden.

In den ersten beiden Lebensjahren muss der Ernährungszustand des Kindes regelmäßig anhand von Gewicht, Länge und Kopfumfang kontrolliert und in Wachstumsperzentilen dokumentiert werden. Zu Behandlungsbeginn und bei klinischen Auffälligkeiten wird zu Abständen von ein bis zwei Wochen geraten. Dabei wird ein Längensollgewicht von 90-110 % beziehungsweise mindestens die 50. Perzentile für Gewicht und Länge angestrebt.

Bei jeder Vorstellung des Kindes soll der Ernährungszustand systematisch erfasst und dokumentiert werden. Weichen die Werte von den Zielvorgaben ab oder berichten die Eltern über auffälliges Essverhalten, soll ein Ernährungsprotokoll geführt und gegebenenfalls interveniert werden.

Mit einer Supplementierung von Pankreasenzymen sollte dann begonnen werden, wenn eine exokrine Pankreasinsuffizienz nachgewiesen wurde. Therapieziele sind eine normale Gewichtsentwicklung, eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen und ein Fettabsorptionskoeffizient von über >85%.

Zu beachten ist unter anderem außerdem:
  • Bei einer Pankreasenzym-Ersatztherapie (PEET) mit säurefesten Enzympräparaten ist die optimale Versorgung mit Mikronährstoffen sicherzustellen. Hat die Ersatztherapie keinen Erfolg, sollte das Kind von einem pädiatrischen Gastroenterologen mitbetreut werden, um zunächst Störungen der Dünndarmfunktion auszuschließen.
  • Im Vorfeld einer eventuell erforderlichen Vitaminsupplementation sollten die Serumspiegel für Vitamin A, 25-Hydroxycalciferol (Vitamin D) und α-Tocopherol (Vitamin E) sowie der INR-Wert (Vitamin-K-abhängig) bestimmt sowie nach einem halben Jahr und dann jährlich überprüft werden. Vitamin B 12 sollte nach einer Ileumresektion supplementiert werden.

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Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) | KMS