Ron Shaoul (Hrsg.), übersetzt von Martin Claßen, Stephan Buderus und Axel Enninger, 128 Seiten, 51 Abb., Thieme Verlag, Stuttgart, 2018. ISBN 9783132423473; 79,99 Euro

Gastroenterologische Erkrankungen gehören zu den häufigen Gründen für eine Vorstellung beim Kinder- und Jugendarzt. Die Komplexität dieser Krankheitsbilder nimmt dabei mit wachsendem Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen stetig zu. Die Verfügbarkeit pädiatrischer Gastroenterologen ist in vielen Regionen allerdings limitiert. Ron Shaoul sieht daher einen "wachsenden Bedarf, sowohl für junge Kollegen in der pädiatrischen Gastroenterologie, als auch für jeden Kinder- und Jugendarzt an einfachen, leicht anwendbaren Algorithmen". Daher richtet sich sein Werk vor allem an diejenigen, die in der Primärversorgung von pädiatrischen Patienten tätig sind und sich einen schnellen und zeiteffektiven Überblick über die gastroenterologischen Krankheitsbilder in der Pädiatrie und das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen verschaffen wollen.

Das Werk stellt für 51 kindergastroenterologische Krankheitsbilder jeweils auf einer Doppelseite einen Diagnose- und Therapiealgorithmus als Flowchart dar und bietet dazu einen kurzen Erläuterungstext an, der durch eine Verknüpfung zwischen Algorithmus und Erläuterungstext über Zahlenmarkierungen eine rasche Zuordnung der Textpassagen zu den einzelnen Punkten im Algorithmus ermöglicht. Das Spektrum der dargestellten Krankheitsbilder reicht dabei von den häufigen Erkrankungen wie akuter Gastroenteritis, Reflux und Gedeihstörung bis hin zu selteneren Diagnosen wie chronisch-intestinaler Pseudoobstruktion (CIPO) oder zyklischem Erbrechen. Die Algorithmen wurden dabei in der deutschen Übersetzung den aktuellen deutschen und europäischen Leitlinien angepasst.

Die Algorithmen in Form von praktischen Flowcharts sind größtenteils übersichtlich und gut verständlich dargestellt. Die Erläuterungen sind bewusst kurz gehalten und beschränken sich auf die wichtigsten Informationen zu Krankheitsbild, Diagnostik und Therapie. Die erweiterte Diagnostik bei einem pädiatrischen Gastroenterologen kann (und möchte) das Buch dabei jedoch nicht ersetzen.

Das Buch eignet sich dennoch für eine Praxis- und Ambulanztätigkeit gleichermaßen als schnelle und effektive Unterstützung für die Entscheidung über das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen und ermöglicht eine rationale Primärdiagnostik.

Dr. med. Hendrik von Fintel, Göttingen


Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2019; 90 (2) Seite 141