Die Entwicklung in der ambulanten Kinder- und Jugendmedizin ist rasant. So hat sich zum Beispiel die Zahl der angestellten Pädiater von 2007 bis 2019 mehr als verfünffacht.

Dies geht aus der „Ärztestatistik Kinder- und Jugendmedizin seit 2005“ hervor, die der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte jetzt veröffentlicht hat. Demnach waren vor 15 Jahren erst 369 der damals 6.495 ambulant registrierten Kinder- und Jugendärzte im Angestelltenverhältnis tätig (5,7 Prozent). Im Jahr 2010 wurde erstmals die 10-Prozent-Marke übersprungen (10,8 Prozent). Und 2019 arbeiten nun bereits 1.947 der 7.686 im ambulanten Versorgungsbereich gemeldeten Pädiater als angestellte Ärzte. Das ist mittlerweile jeder Vierte (25,3 Prozent). Beim BVKJ geht man davon aus, dass sich diese rasante Entwicklung weiter fortsetzen wird.

Einschneidend sind allerdings auch die Veränderungen bei der Weiterbildung. Zwar ist die Anzahl der Gebietsanerkennungen im Fach Kinder- und Jugendmedizin mit rund 600 Anerkennungen pro Jahr seit vielen Jahren nahezu konstant. Allerdings ist der Anteil von weitergebildeten Kollegien im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2005 von 60,42 auf 77,25 Prozent hochgeschnellt. Nahezu 8 von 10 heute neu auf den Markt strömenden Kinder- und Jugendärzte sind somit weiblich.

Da nach Erfahrungen im BVKJ davon auszugehen ist, dass im ambulanten wie auch im klinischen Versorgungsbereich insbesondere die neu hinzukommenden Kolleginnen (neuerdings auch zunehmend die Kollegen) immer häufiger nur eine zeitlich begrenzte Teilzeittätigkeit ausüben wollen, dürfte es in vielen Regionen immer häufiger zu Versorgungsengpässen kommen. Neuerdings wird sogar in Teilen von Großstädten ein Pädiatermangel beklagt. Hauptgründe für das Angestelltenverhältnis: flexible Arbeitszeiten, geregelter Urlaub, weniger finanzielle Verpflichtungen sowie deutlich verminderte bürokratische Belastungen.

Die bisher bekannt gewordenen Gesetzesinitiativen versprechen hier kaum Abhilfe, bemängelt BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. Um dies zu ändern, müssten die Weiterbildungsmöglichkeiten im Fach Pädiatrie personell und finanziell deutlich aufgestockt sowie attraktivere und zeitlich noch flexiblere Arbeitsangebote implementiert und mit finanziellen Anreizen versehen werden.


R. Schmid