Menschen mit unkontrollierten tonisch-klonischen Krampfanfällen, bei denen es zu einem Verlust des Muskeltonus und einer Atemwegsobstruktion kommen kann, weisen ein deutlich erhöhtes SUDEP-Risiko auf. Daher sind in der Vergangenheit tragbare Überwachungsgeräte, sogenannte „wearables“, entwickelt worden, um die Sicherheit von Patientinnen und Patienten mit einer unkontrollierten Epilepsie zu verbessern und einen plötzlichen unerwarteten Tod im Rahmen der Epilepsie zu verhindern (SUDEP). Wesentliche Hürden für die Akzeptanz solcher Überwachungsgeräte waren in der Vergangenheit Zweifel an der Sensitivität und Praktikabilität.
Eine Arbeitsgruppe aus den USA hat bei 242 Studienteilnehmenden mit einem mittleren Alter von 22,7 Jahren (54 % weiblich, 60,7 % mit Alter zwischen 5 und 21 Jahren) ein sogenanntes EpiWatch®-Überwachungsgerät eingesetzt, um tonisch-klonische Krampfanfälle zu detektieren. Die Untersuchung war multizentrisch und als Phase-3-Studie angelegt. Die Studie wurde zwischen September 2021 und Oktober 2022 an sechs Epilepsie-Monitoring-Einheiten durchgeführt. Die Studienteilnehmenden trugen die Smart-Watch am Handgelenk gegenüber dem Anfallsfokus. Die von EpiWatch® generierten Anfallserkennungen wurden mit auf andere Weise ermittelten Anfallsbeobachtungen verglichen.
Es wurden Epileptologinnen und Epileptologen verblindet zur Befundung eingesetzt. Insgesamt konnten mehr als 16.000 Stunden Monitoring in die Studie eingeschlossen werden. 86-mal traten Fehlalarme auf. Dies entspricht einer Falschalarmrate von 0,08/24 h. Die Detektionslatenz von Auftreten eines tonisch-klonischen Krampfanfalls bis zur Detektion betrug im Median 31,5 Sekunden. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht beobachtet. Die Sensitivität wurde mit 98 % und einer niedrigen Fehlalarmrate von nur einem Fehlalarm alle 12,4 Tage errechnet.
Tabelle 1 erfasst die Sensitivität und Fehlalarmrate des untersuchten Überwachungsgerätes nach Altersgruppen. Tabelle 2 vergleicht die Studienergebnisse mit anderen bei ebenfalls tragbaren Überwachungsgeräten durchgeführten Untersuchungen.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (5) Seite 328
