Im Rahmen einer Studie haben schwedische Forscher bei Kindern nur selten einen schweren COVID-19-Verlauf festgestellt.

Die Forscherteams hatten zwischen März und Juni 2020 Daten von allen Kindern und Jugendlichen im Alter von einem bis 16 Jahre in ganz Schweden ausgewertet, die auf einer Intensivstation im Land behandelt wurden und eine laborbestätigte SARS-CoV-2-Infektion hatten. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Januar in der Online-Ausgabe im New English Journal of Medicine.

Betroffen waren 15 Kinder, das entspricht 0,77 pro 100.000 Kinder im Land. Vier der 15 Kinder waren ein bis sechs Jahre alt, elf waren sieben bis 16 Jahre alt. Dies belegt erneut, dass das Risiko für Übertragungen mit zunehmendem Alter der Kinder steigt. Vier der Kinder hatten vorbestehende chronische Grunderkrankungen (unter anderem Krebs). Allerdings ist kein einziges Kind an den Folgen von COVID-19 verstorben.

Das Infektionsrisiko durch Kinder ist eher gering: Die Auswertung der Daten ergab, dass weniger als zehn Infektionen unter Kindergartenerziehern und 20 unter Lehrern bis Juni 2020 auf die Übertragung durch Kinder zurückgeführt werden konnten. Dies entspricht einer Inzidenz von 19 pro 100.000 Menschen. Verglichen mit anderen Berufsgruppen (ausgenommen Mitarbeiter im Gesundheitswesen) entspreche dies einem relativen Risiko von 1,1 für Kindergartenerzieher und 0,43 für Lehrer.

Allerdings räumten die Forscher ein, dass keine Daten zu möglichen Übertragungen durch Kinder im häuslichen Umfeld erhoben worden sind. Hier könne das Infektionsrisiko durchaus deutlich höher ausfallen.


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