Das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uni Mainz begleitet jetzt schwerstkranke Kinder und ihre Familie beim Übergang von der Klinik ins häusliche Umfeld intensiver als bislang.

Hierfür kooperiert das Zentrum mit der Bärenherz Hospize GmbH im Rahmen eines sozialmedizinischen Nachsorgeangebots. Wenn das kranke Kind mit seinen Eltern nach Hause kommt, sollte der Übergang in das häusliche Umfeld für die ganze Familie möglichst gut gestaltet werden. Das ist häufig ohne systematische Begleitung aber nicht der Fall. Genau hier setzt die Kooperation mit Bärenherz an. Seit Herbst wurden bereits mehr als zehn Kinder mit ihren Familien in dieser Phase begleitet.

Kommt das Kind hierfür in Frage und stimmen die Eltern dem Angebot zu, wird eine speziell geschulte Pflegefachkraft aus dem Nachsorge-Team von Bärenherz informiert, die Kontakt zur Familie aufnimmt und im ständigen Austausch mit Mitarbeitern des SPZ ist, erklärt Pia Oudille, Kinderkrankenschwester und Leiterin der sozialmedizinischen Nachsorge Bärenherz.

Die Bärenherz-Fachkraft informiert die Familie dann über all das, was an Hilfen und Angeboten im Gesundheitssystem zur Verfügung steht. Sie kümmert sich um Termine bei Ärzten, Logopäden, Ergotherapeuten, erledigt Verwaltungsaufgaben – je nach individuellem Bedarf des Kindes und der Familie. Die Begleitung durch Bärenherz erfolgt über zehn bis zwölf Wochen bis die Familie stabilisiert ist.

Bärenherz ist in erster Linie bekannt durch seine Kinderhospize in Leipzig und Wiesbaden, untermauert Rainer Neubauer, Geschäftsführer der Bärenherz Kinderhospize GmbH. 75 Prozent der Nachsorgearbeit können mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Die Lücke von 25 Prozent wird über Bärenherz-Spendengelder geschlossen.

Das dürfte sich auch finanziell auszahlen, da mit sozialmedizinischer Nachsorge viel Geld eingespart werden kann. Denn mit einer längeren Begleitung könne man es immer wieder schaffen, die Familien soweit zu stabilisieren, dass weitere teure und belastende Klinikaufenthalte vermieden werden können. Für betroffene Kinder mitsamt deren Familien ein wahrer Segen.


Quelle: Ärzte Zeitung | redaktionelle Bearbeitung: ras