Der Gesundheitszustand von Kindern, die nach einem leichten Schädel-Hirn-Trauma im Krankenhaus aufgenommen werden, muss engmaschig überwacht werden. Die beiden Projektpartner Fraunhofer IPA und LMU Klinikum München haben einen Roboter entwickelt, der das Personal bei routinemäßigen Prüfungen des Gesundheitszustands dieser Patientinnen und Patienten unterstützen kann.

Der auf den Namen „Helga“ getaufte Roboter befindet sich derzeit im Testbetrieb und misst dort ausgewählte Vitalparameter von Kindern mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma („Gehirnerschütterung“). Patientinnen und Patienten verbleiben hierfür 24 bis 48 Stunden auf Station, wobei Pflegekräfte initial stündlich standardisierte neurologische Checks bezüglich Pupillenreaktion, Herzfrequenz sowie verbaler und motorischer Reaktionen durchführen und das Allgemeinbefinden kontrollieren. Dieser Prozess dauert pro Kind etwa fünf bis zehn Minuten und bindet bei hoher Patientenzahl signifikante Personalressourcen. Der umgesetzte Roboter-Prototyp zeigt, wie digitale Assistenzsysteme den zunehmenden Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zumindest abmildern könnten.

„Unser Assistenzsystem kann hochstandardisierte Prozesse übernehmen und ermöglicht es dem Personal, mehr Zeit für andere wichtige medizinische Aufgaben, den direkten Patientenkontakt und Gespräche mit Angehörigen zu verwenden“, erläutert Prof. Jan Gödeke, Stellvertretender Direktor der Kinderchirurgischen Klinik und Initiator des Projekts.

Die beteiligten Forscherinnen und Forscher konnten mit diesem Projekt zeigen, dass robotische Assistenzsysteme einen echten Mehrwert im klinischen Alltag bieten können. Nun möchten sie weitere Anwendungen erschließen und die Technologie zur Marktreife bringen.


Red.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA


Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (5) Seite 358