Die nasopharyngeale Kolonisation mit Streptococcus pneumoniae ist von zentraler Bedeutung für die Pathogenese invasiver Pneumokokken-Infektionen (IPD) und die Entwicklung einer etwaigen antimikrobiellen Resistenz. In Zypern werden Kinder sowohl mit PCV10- als auch PCV13-Konjugatimpfstoffen geimpft. Im Rahmen einer von Dezember 2023 bis Mai 2024 durchgeführten Querschnittsstudie wurden Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren im Rahmen ambulanter Besuche auf eine Streptococcus-pneumoniae-Besiedlung hin untersucht.
Die Serotypisierung der Isolate erfolgte mittels Multiplex-Polymerase-Kettenreaktion, Latexagglutination und, wenn nötig, durch Ganzgenomsequenzierung. Bei den gefundenen Isolaten überwiegten Nicht-Impfstoff-Typen, darunter 15B, 23A, 23B, 24, 6C und 15A. Die meisten Isolate (68 %) wurden von den verwendeten Pneumokokken-Impfstoffen nicht erfasst. Es wurden Resistenzen gegenüber Erythromycin (54,32 %), Tetracyclin (37,28 %) und Clindamycin (31,65 %) ermittelt. Bemerkenswert ist das Vorliegen einer Multiresistenz bei 28,94 % der Isolate. Diese fand sich hauptsächlich bei den Serotypen 24, 15A und 19A.
Die Autorinnen und Autoren der Studie schließen aus den Untersuchungen, dass trotz Pneumokokken-Konjugatimpfung die Kolonisation im Nasen-Rachen-Raum bei Kindern in Zypern weiterhin hoch ist und eine Dominanz von Nicht-Impfstoff-Serotypen sowie eine erhebliche antimikrobielle Resistenz vorliegt.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (5) Seite 329
