Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine abwartende Behandlung eines hämodynamisch signifikanten Ductus arteriosus (PDA) zu besseren Ergebnissen führen kann. Eine aktuelle Meta-Analyse führte daher eine Bewertung der klinischen Ergebnisse einer aktiven Behandlung im Vergleich zu einer abwartenden Behandlung eines hämodynamisch signifikanten PDA bei Frühgeborenen durch.
Datenquellen waren die Datenbanken PubMed (MEDLINE), Embase und Cochrane Library, die nach randomisierten klinischen Studien (RCTs) durchsucht wurden (zwischen dem 01. 01. 2010 und dem 31. 07. 2024 veröffentlicht). In die Untersuchung wurden RCTs einbezogen, die Frühgeborene mit einem Gestationsalter von weniger als 33 Wochen umfassten und in denen 2 Gruppen mit aktiver Behandlung und abwartender Behandlung verglichen wurden. Zur Bewertung der Studienqualität wurde das „Cochrane-Tool“ zur Bewertung des Verzerrungspotenzials verwendet. Zur Schätzung der gepoolten Effekte wurde ein Random-Effects-Modell verwendet. Die primären Endpunkte waren eine Kombination aus „Tod“ nach 36 Wochen postmenstruellem Alter oder bei Entlassung (je nachdem, was später eintrat) oder „mittelschwere bis schwere bronchopulmonale Dysplasie (BPD)“. Sekundäre Endpunkte umfassten intraventrikuläre Blutungen, periventrikuläre Leukomalazie (PVL), Frühgeborenen-Retinopathie und nekrotisierende Enterokolitis.
Die Metaanalyse umfasste 10 RCTs mit 2.035 Frühgeborenen. Es gab 1.018 Frühgeborene in der aktiven Behandlungsgruppe (510 weiblich (50,1 %)) und 1.017 Frühgeborene (551 männlich (54,2 %)) in der abwartenden Behandlungsgruppe. Das mittlere (SD) Gestationsalter betrug 26,2 (1,7) Wochen gegenüber 26,3 (1,7) Wochen, und das mittlere (SD) Geburtsgewicht betrug 874,7 (222,1) g gegenüber 897,7 (216,5) g.
Die Inzidenz des kombinierten Endpunkts (Tod in der 36. Woche oder bei Entlassung oder mittelschwere bis schwere BPD) war in der aktiven Behandlungsgruppe höher als in der Gruppe mit abwartender Behandlung (516 von 918 (56,2 %) gegenüber 465 von 915 (50,8 %); relatives Risiko (RR) 1,10 (95 %-KI, 1,01 – 1,19); p = 0,02). Die Todesfälle nach 36 Wochen waren in der aktiven Behandlungsgruppe höher (139 von 974 (14,3 %) gegenüber 109 von 969 (11,2 %); RR 1,27 (95 %-KI, 1,01 – 1,61); p = 0,04). Es gab einen nicht signifikanten Anstieg bei mittelschwerer bis schwerer BPD (372 von 785 (47,4 %) gegenüber 349 von 806 (43,3 %); RR 1,08 (95 %-KI, 0,95 – 1,23); p = 0,25) und PVL (52 von 913 (5,7 %) gegenüber 32 von 908 (3,5 %); RR 1,50 (95 %-KI, 0,98 – 2,30); p = 0,06) in der aktiven Behandlungsgruppe im Vergleich zur abwartenden Behandlungsgruppe.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (1) Seite 8
