Eine S2k-Leitlinie gibt erstmals Empfehlungen zur Therapie der Psoriasis bei Kindern. Allerdings mit einem faden Beigeschmack, weil viele Maßnahmen mangels Studiendaten off-label sind.

Eine Schuppenflechte im Kindes- und Jugendalter schränkt die Lebensqualität der jungen Patienten häufig stark ein. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 0,7 % der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an einer Psoriasis.

Mangels aussagekräftiger Studien existieren für das Kindes- und Jugendalter weitaus weniger zugelassene Therapien, so dass häufig off-label behandelt wird. Ein wichtiger Baustein ist die tägliche Basistherapie mit rückfettenden, wirkstofffreien Externa. Dabei sind Zusätze wie Harnstoff und Glyzerin hilfreich. Gegen den Juckreiz wird ab dem Kleinkindalter auch 3–10 % Polidocanol zugesetzt.

Die meisten Kinder und Jugendlichen können mit spezifischen topischen Präparaten erfolgreich behandelt werden. Wegen fehlender Zulassungen kommen allerdings auch hier die Ärzte häufig nicht an einem Off-Label-Einsatz vorbei.

Wird mit der Lokaltherapie keine ausreichende Besserung erzielt, kann bei mittelschwerem bis schwerem Krankheitsbild eine systemische Therapie erfolgen. Aber auch hier besteht das Problem mit den Zulassungen für die entsprechende Indikation oder Altersklasse. So gilt Methotrexat (MTX) zwar allgemein als erste Wahl für die systemische Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis auch im Kindesalter, doch muss auch MTX bei Kindern off-label verordnet werden.

Einzige erlaubte Verordungs-Alternative bei schwerer chronischer Plaque-Psoriasis ab einem Alter von vier Jahren ist in der Erstlinientherapie derzeit der monoklonale Tumor-Nekrose-Faktor(TNF)-Antikörper Adalimumab. Bei nicht ausreichendem Therapieerfolg, Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen von Adalimumab oder MTX raten die Experten dann zu Etanercept (Zulassung ab 6 Jahren).

Und schließlich empfehlen die Leitlinienexperten ganz generell den Einsatz von Biosimilars, da sie „die Möglichkeit eröffnen, die Verfügbarkeit biopharmazeutischer Produkte für mehr Patienten aufgrund niedrigerer Preise zu erhöhen“. Hierbei müsse aber von den Eltern und den Kinder- und Jugendärzten in gleichen Maße besonders auf körpergewichtsadaptierte Dosierungen geachtet werden.


Quelle: Pädiatrie 6/2019 | ras