Mit ungefähr 2000 Fällen jährlich sind Krebserkrankungen bei Kindern eher selten. Die Behandlungserfolge sind heute hervorragend, doch darauf darf man sich nicht ausruhen.

So werden mehr als 80 Prozent der Krebserkrankungen im Kindesalter durch individuell angepasste Therapien geheilt. Dies gilt nicht nur für den Krebs, sondern auch für mögliche Spätfolgen, die trotz erfolgreicher Behandlung das Leben des Kindes belasten können. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gemeinsam mit der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages 2019 aufmerksam.

Die erfolgreiche Behandlung schließt jedoch Langzeitfolgen nicht immer aus, so dass sich ehemalige Patienten der Kinderonkologie als junge Erwachsene erneut mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert sehen können, wie zum Beispiel erhöhten Risiken für Zweittumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt.

Langzeitüberlebende sind häufig von einer oder mehreren chronischen Erkrankungen betroffen: 30 Jahre nach erfolgreicher Krebsbehandlung leiden mehr als zwei Drittel der Patienten an chronischen Erkrankungen und endokrinen Spätfolgen. Wesentlich für die bestmögliche Lebensqualität ist die frühe Diagnose und rechtzeitige Behandlung von Spätfolgen der Krebsbehandlung.
Wichtig und unverzichtbar sind daher eine qualitativ hochwertige und ganzheitliche Betreuung und eine Transition über die Fachdisziplinen hinweg, die die Betroffenen individuell und lückenlos durch das Erwachsenwerden begleiten.

Die von der Deutschen Kinderkrebshilfe geförderten Nachsorgezentren könnten die Langzeitnachsorge hervorragend übernehmen. Sie ermöglichen die geregelte Transition aus der pädiatrischen in die Erwachsenenversorgung, in dem Wissen um die besonderen Belange von jungen Erwachsenen, die als Kind an Krebs erkrankt waren.


Quelle: http://DeutscheGesellschaftfürKinder-undJugendmedizin(DGKJ) / ras