Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie weist darauf hin, dass Kinder eine besondere chirurgische Behandlung benötigen, die nicht nur fach-, sondern auch kindgerecht ist. Das sei aber längst nicht die Regel.

Um die Versorgung zu verbessern, forderte Professor Dr. med. Peter Schmittenbecher als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) eine Umstrukturierung der kinderchirurgischen Versorgung hin zu deutlich mehr Referenzzentren. Die derzeitigen Rahmenbedingungen sind allerdings ausgesprochen ungünstig. Grund ist die vergleichsweise schlechte Abbildung der erbrachten Leistungen im Krankenhaus-Finanzierungssystem DRG, beklagt auch Professor Dr. med. Jörg Fuchs, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) e.V.

Aktuell sind in Deutschland 89 Kliniken für Kinderchirurgie gelistet, darunter 16 Ordinariate. Außerdem gibt es 36 kinderchirurgische Abteilungen in der Chirurgie bzw. Pädiatrie, 48 kinderchirurgische Einzelpraxen und 19 Gemeinschaftspraxen, davon sechs mit Belegbetten sowie neun kinderchirurgische MVZ. Eine mittelgroße kinderchirurgische Klinik (3 Fachärzte in Vollzeit, 5,8 Assistenzärzte in Vollzeit) benötigt zur Eigenfinanzierung etwa 2.500 Fälle mit „erlösrelevanten Prozeduren“. Die durchschnittliche Fallzahl kinderchirurgischer Kliniken in dieser Größe liegt derzeit allerdings nur bei etwa 1.400 Fällen.

„Damit ist eine finanzielle Unterdeckung bei praktisch allen Einrichtungen programmiert“, kritisiert Schmittenbecher. Deshalb fordert er eine „ressourcenoptimierende Neuordnung: „Kinderchirurgen sollen künftig zusammen mit Pädiatern in interdisziplinären Zentren für konservative und operative Kinder- und Jugendmedizin behandeln“, erläutert der Kinderchirurg.

Dies würde auf unterschiedlichen Versorgungslevels geschehen. Seltene Erkrankungen und komplexe Fehlbildungen sollten in spezialisierten kinderchirurgischen Referenzzentren und Kliniken der Maximalversorgung therapiert werden; die Behandlung häufiger Fälle und die Weiterversorgung von operierten Kindern und Jugendlichen würden wohnortnahe kinderchirurgische Einrichtungen übernehmen.

Allerdings würden dabei dann die Wege in die spezialisierte Klinik für die betroffenen Kinder und deren Eltern weiter werden. Und: Manche kinderchirurgische Einrichtung werde sich mangels Strukturqualität und personeller Ausstattung neu aufstellen müssen.


Quelle: http://DeutscheGesellschaftfürChirurgie(DGCH) / ras