Um die Forschung zur Prävention und Therapie von Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen intensiv voranzubringen, soll an sieben Standorten ein neues nationales Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit etabliert werden.

Vorgesehen sind dafür die Berliner Charité sowie die Unikliniken in Göttingen, Greifswald, Hamburg, Leipzig, München sowie Ulm. Speziell für die psychische Gesundheit ist zudem ein neues Zentrum mit Standorten in Berlin, Bochum, Jena, Mannheim, München sowie Tübingen geplant. Die neuen Forschungszentren, die mit Fördergeldes des Bundes ausgestattet werden, ergänzen die bereits nationalen Zentren zur Gesundheitsforschung wie die zur Herz-Kreislauf-Forschung, zur Diabetesforschung und zur Erforschung der Infektionskrankheiten.

Laut Bundesforschungsministerin Anja Karliczek müsse Deutschland in der Gesundheitsforschung und speziell in der Spitzenforschung noch besser werden. Individuelle Besonderheiten von Erkrankungen bei jungen Menschen fänden noch zu selten Beachtung, das gälte auch vor allem für seelische Erkrankungen.

Der Direktor der Klinik für Pädiatrie an der Berliner Charité Professor Marcus A. Mall weist in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneitherapien insbesondere für Kinder im Vorschulalter sind. Bislang sei hierzulande zu diesem Thema auch im internationalen Vergleich deutlich weniger geforscht worden als an vielen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Diese Lücke gelte es nun zu schließen. Die meisten im Kindesalter entstehenden Krankheiten würden sich nicht einfach „verwachsen“, sondern schritten im Erwachsenenalter weiter fort. Früherkennung und ein möglichst früher Therapiebeginn bereits im Kindesalter seien daher bei vielen chronischen Erkrankungen von hoher Bedeutung.


KMS/ras