Eine Allianz aus Eltern, Hebammen sowie Ärztinnen und Ärzte aus Frauen- Kinder- und Jugendheilkunde richtet sechs Kernforderungen an die Politik und alle in der Geburtshilfe Tätigen, sich gemeinsam für einen Paradigmenwechsel in Schwangerschaft, Geburtshilfe und früher Kindheit stark zu machen.

„Es ist bereits fünf nach zwölf in der Schwangeren- und Geburtshilfeversorgung!“ Das jedenfalls meint Katharina Desery, Vorstandsmitglied der Bundeselterninitiative Mother Hood e.V. Die dramatisch verschlechterten Rahmenbedingungen, unter denen Kinder zur Welt kommen, lassen Eltern, Hebammen sowie Ärztinnen und Ärzte aus Frauen- Kinder- und Jugendheilkunde Alarm schlagen.

Mit sechs Kernforderungen richten sie sich an die Politik und alle in der Geburtshilfe Tätigen, sich im Sinne des Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ gemeinsam für einen Paradigmenwechsel in Schwangerschaft, Geburtshilfe und früher Kindheit stark zu machen. Initiativ mit dabei ist auch Dr. Andreas Oberle, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V, der in Stuttgart den Fachkongress „WIR – von Anfang an“ mit organisiert hat.

Die Forderungen zielen auf bessere Arbeitsbedingungen und höhere finanzielle Anreize sowie auf eine aktive Kooperation aller Beteiligten ab und gipfeln in der Forderung nach einem Nationalen Geburtshilfegipfel, in dem die Rahmenbedingungen für Schwangerschaft und Geburt neu angepasst werden müssten.

Im besonderen Fokus steht die Forderung, dass der betreuungsintensive Prozess bedarfsgerecht vergütet werden muss.“ Die derzeitige Finanzierung über die DRG-Fallpauschalen habe nur zu mehr unnötigen Interventionen in der Geburtshilfe und Schließungen von Geburtsstationen und Kreißsälen geführt. „Unser Vergütungssystem ist an Krankheit orientiert, nicht an einer gesundheitsorientierten Geburtshilfe, die einen nicht zu planenden Zeit- und Personalaufwand hat“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Eine Systemveränderung hin zu einer besseren Versorgung gelinge nur, wenn die Grundhaltung der beteiligten Fachdisziplinen zueinander verbessert wird. „Durch den frühzeitigen Kontakt miteinander werden Missverständnisse und Vorbehalte zugunsten einer besser verzahnten Versorgung vermieden“, führt Dr. med. Andreas Oberle, Ärztlicher Direktor der Abteilung Pädiatrie 1 – Sozialpädiatrie des Klinikums Stuttgart aus. Darüber hinaus müssen Hebammen, Pflegefachkräfte sowie Ärztinnen und Ärzte wieder eine angemessene Wertschätzung ihrer Arbeit erleben.

Weitere Informationen unter: www.wir-von-anfang-an.de und in der Kinderärztliche Praxis Nr. 2/2020 (ausführlicherer Text hierzu)


ras