Über positive wie negative Folgen der Ernährung auf den Schweregrad einer Akne gibt es aus Mangel an gut konzipierten Interventionsstudien viel Halbwissen. Belastbare Empfehlungen für Betroffene wie auch für Kinder- und Jugendärzte haben nun zwei Dermatologinnen von den Universitäten in Athen und Nantes nach der Auswertung von elf validen Studien – davon acht randomisiert und kontrolliert – mit 483 Patienten herausgefiltert.
Es existierten unter den Einflüssen von Hyperinsulinämie und Übergewicht pathophysiologische Erklärungsansätze, die Korrelationen von der Art der Ernährung und Akne herstellen können, räumen die Forscherinnen ein. So gebe es fundierte Belege für einen Zusammenhang von Diäten mit hoher glykämischer Last (gezuckerte Getränke, Süßigkeiten, raffinierte Kohlenhydrate) oder von Mager- bzw. fettarmer Milch auf die Ausbreitung und den Schweregrad von Akne. Diese sollten daher möglichst gemieden werden.
Weiterhin empfehlen die beiden Dermatologinnen eine mediterrane Ernährung, die auf Gemüse, Vollkorn, Früchten, Fisch und Quellen von Omega-3-Fettsäuren ausgerichtet sein sollte. Angestrebt werden sollte zudem ein Body-Mass-Index von unter 25. Besonders gemieden werden sollten Proteinsupplemente, insbesondere bei Adoleszenten mit Akne.
Schließlich raten die Wissenschaftlerinnen dazu, gerade bei heranwachsenden Akne-Patienten auf einschneidende diätetische Restriktionen zu verzichten, weil damit oft – bereits im Ansatz vorhandene – Essstörungen noch zusätzlich verstärkt werden könnten.
Raimund Schmid
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (5) Seite 333
