Bis vor kurzem gab es das preisgekrönte Programm „Komm mit in das gesunde Boot“ nur in Baden-Württemberg, doch nun ist das von der Techniker Krankenasse (TK) geförderte Gesundheitsförderprogramm für Kinder von 0 bis 10 Jahren auf ganz Deutschland erweitert worden. Das Besondere ist, dass dabei die Piratenkinder Finn und Fine Prävention spielerisch und kindgerecht aufbereiten.
Mit dem Programm ist es gelungen, bereits bei Kindergartenkindern Interesse für ein gesundes Leben zu wecken. Denn mit dem von den beiden Initiatoren Prof. Susanne Kobel und Dr. Olivia Warthader an der Universität Ulm entwickelten Programm lernen Kinder frühzeitig, sich viel aktiv zu bewegen, ausgewogen zu ernähren, Bildschirmzeiten zu reduzieren und sich auch noch zu entspannen. Es ist daher ein sehr geeignetes Programm, das Kinderärztinnen und Kinderärzte Eltern in der Praxis empfehlen können.
Seit 2009 wird das Projekt „Komm mit in das gesunde Boot“ bereits in Krippen, Kindergärten, Grundschulen und sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren im „Ländle“ in Form von Bewegungs- und Achtsamkeitsübungen sowie kindgerechten Ernährungsmustern spielerisch in den Alltag integriert. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte werden dabei gezielt ermuntert und angeleitet, gesundes Verhalten nachhaltig im Alltag der Kinder in Kita und Grundschule zu verankern.
Vermittelt werden die Botschaften über die beiden Piratenkinder Finn und Fine, die auf einem Boot von Abenteuer zu Abenteuer durch die Welt segeln und dabei zunehmend fitter werden, wenn es um ihre Gesundheit geht. Die kleinen Piratenkinder können in verschiedener Weise pädagogisch eingesetzt werden – zum einen als Handfiguren und zum anderen als Figuren in Geschichten zum Vorlesen und Selbstlesen.
Im Herbst 2025 ist das Programm sogar mit dem 1. Preis des Springer Medizin Charity Awards ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung erfolgte auch deshalb, weil die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. So haben Studien untermauert, dass das Programm zu mehr Bewegung, weniger Bildschirmzeit und weniger gesundheitlichen Beschwerden und damit auch zu weniger Fehlzeiten führt. Gründe genug für die Wissenschaftler und die TK, das Projekt nun auch bundesweit auszurollen.
Träger des praxiserprobten und evaluierten Programms der Universität Ulm war von 2007 bis 2025 die Baden-Württemberg Stiftung. Seit Oktober 2025 wird es von der Techniker Krankenkasse gefördert. Über den Link www.znl-ulm.de/gesundes-boot, den Pädiater bei Bedarf und Interesse an Eltern weitergeben sollten, sind kostenlose Online-Fortbildungen möglich und diverse Materialien erhältlich.
Raimund Schmid
Quelle: Universität Ulm. Komm mit in das gesunde Boot. Stand 2026
