Nützliche Infos und Internetseiten zu Atemwegsinfektionen auf einen Klick: gemeinsame Empfehlung pädiatrischer Fachgesellschaften zur Diagnose und Therapie, Umfrage zum Antibiotikaeinsatz, Empfehlung zur Influenzaimpfung, Infomaterial für Patienten etc.

1. Diagnose und Therapie von Atemwegsinfektionen(gemeinsame Empfehlung)

Atemwegsinfektionen sind die häufigste Indikation für eine Antibiotikatherapie bei Kindern und Jugendlichen, v. a. im ambulanten Bereich und im kinderärztlichen Notdienst der Kliniken. Seit Februar 2017 liegt eine gemeinsame Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ), der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vor. Publiziert wurde sie unter dem Titel: "Diagnose und Therapie von Atemwegsinfektionen (ohne ambulant erworbene Pneumonie) bei ambulant behandelten Kindern ohne schwerwiegende Grunderkrankung".

Die Empfehlung beschreibt in Kürze die klinischen Symptome und die Diagnostik sowie die Indikationen für eine leitlinienkonforme antibiotische Therapie von Atemwegsinfektionen (exklusive Pneumonie). Sie soll Kinder- und Jugendmediziner bei einem restriktiven Antibiotikaeinsatz, bei der Auswahl des bestmöglichen Antibiotikums und im Hinblick auf eine möglichst kurze Therapiedauer unterstützen. Außerdem werden Atemwegsinfektionen beschrieben, bei denen keine Antibiotikatherapie erfolgen sollte oder bei denen nur sehr selten eine Antibiotikatherapie erforderlich ist.

Zur gemeinsamen Empfehlung:

Zu der Publikation gelangt man z. B. über die Homepage der DGPI oder direkt über diesen Link.

2. Umfrage zum Antibiotikaeinsatz bei Atemwegsinfektionen für Praxispädiater

In diesem Survey, der gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und dem Berufsverband der Kinder und Jugendärzte e. V. (BVKJ) entwickelt wurde, soll bundesweit die aktuelle Praxis der Antibiotikaverordnung bei Atemwegsinfektionen im Kindesalter durch Praxispädiater untersucht werden. Diese Umfrage bezieht sich auf den ambulanten Versorgungsbereich und den (kinder-)ärztlichen Notdienst. Auch die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) konnte als Kooperationspartner gewonnen werden.

"Oft werden Antibiotika auch dann verordnet, wenn die behandelnden Ärzte (Kinder- und Jugendmediziner, Allgemeinmediziner, HNO-Ärzte usw.) nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um eine bakterielle Infektion handelt", heißt es dazu auf der DGPI-Homepage. Nach den Ergebnissen von Auswertungen des Antibiotikaverbrauchs der Zentralstelle der Kassenärztlichen Vereinigungen finde man in Deutschland erhebliche regionale Unterschiede bei der Verordnungshäufigkeit von Antibiotika. Zwar nehme die Verordnungsdichte in den letzten Jahren bei Kindern und Jugendlichen ab, aber der Anteil an Cefuroxim an allen Verordnungen nehme zu.

Zum Survey:

Zur Umfrage geht es hier.

3. Saisonale Influenzaimpfung bei Grunderkrankungen (RKI-Empfehlung)

Personen mit Grundkrankheiten haben ein erhöhtes Risiko, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe einer Influenzainfektion zu entwickeln, so das Robert Koch-Institut (RKI). Besonders gefährdet sind dabei Personen, die eine Überempfindlichkeit der Atemwege oder eine eingeschränkte Lungenfunktion haben (z. B. Personen mit Asthma, chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung), Personen mit einer chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenkrankheit, Personen mit Diabetes oder einer anderen Stoffwechselkrankheit, Personen mit einer neurologischen oder neuromuskulären Grundkrankheit oder einem eingeschränkten Immunsystem durch eine zugrundeliegende Erkrankung oder Medikamenteneinnahme (beispielsweise hochdosiertes Kortison, Chemotherapie bei Krebserkrankungen). Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit solchen chronischen Grundkrankheiten sollten daher laut RKI gegen Influenza geimpft werden.

Zur Empfehlung:

Zur aktuellen RKI-Empfehlungen und -Informationen zur Influenza geht es hier.

4. Aktivität akuter Atemwegserkrankungen: GrippeWeb und Arbeitsgemeinschaft Influenza

GrippeWeb ging im März 2011 online und ist ein Web-Portal, das in Deutschland die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen beobachtet und dazu Informationen aus der Bevölkerung selbst verwendet. Mit Hilfe dieser Daten werden die Informationen der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), mit der GrippeWeb eng zusammen arbeitet, ergänzt. Die AGI überwacht die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen auf der Ebene der primärärztlichen Versorgung, GrippeWeb dagegen erfasst, welcher Anteil der Gesamtbevölkerung Woche für Woche an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt ist und welcher Anteil mit solch einer Erkrankung eine ärztliche Praxis aufgesucht hat.

Zum GrippeWeb und zur AGI:

https://grippeweb.rki.de/
https://influenza.rki.de/

5. Wissen, was schützt: Informationsmaterial für Patienten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet eine eigene Seite zum Thema Infektionsschutz an – mit einer umfangreichen Mediathek. Dort gibt es Printmaterialien, Filme und Infografiken, die dabei helfen sollen, Hygienetipps besser umzusetzen, um Ansteckungen zu vermeiden. Hier findet man beispielsweise die Infografik "Richtig Hände waschen" jeweils für Kinder, Grundschüler und Jugendliche, "Damit sich keiner ansteckt: Richtig husten und niesen" oder "Infektionen vorbeugen: Die 10 wichtigsten Hygienetipps".

Zum BZgA-Angebot:

www.infektionsschutz.de



Autorin:
Angelika Leidner

Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2017; 88 (4) Seite 225-226