Die meisten unter 1.000 befragten Kindern und Jugendlichen fühlten sich nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage beim letzten Arztbesuch zwar durchaus akzeptiert, sie kritisieren allerdings, dass nur 28 % der Ärzte vorwiegend mit ihnen gesprochen haben.

Die forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH hat hierfür im Auftrag der Stiftung Kindergesundheit Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren sowie deren Eltern gefragt, wie sie den letzten Arztbesuch erlebt haben und ob sie sich mehr Entgegenkommen und Mitsprache wünschen würden. Genau das – in Gestalt einer altersgemäßen, verständlichen und partnerschaftlich ausgerichteten Information - steht ihnen eigentlich nach der Leitlinie der European Association for Children in Hospital (EACH) auch zu. Doch die Realität sieht häufig ganz anders aus, auch wenn sich viele Kinder generell ganz gut informiert fühlen. Und mit zunehmenden Alter steigt der Zufriedenheitsgrad sogar an. Doch die befragten Kinder und Jugendlichen sparten auch nicht mit Kritik. So bemängelte jeder dritte, dass der Arzt/Pädiater nur unzureichend erklärte, was untersucht wird oder warum eine bestimmte Behandlung angezeigt ist. Das führt dazu, dass immerhin 43 % nur teilweise oder gar nicht verstehen, was ihnen ihr Arzt/Pädiater erläutert. Und drei von zehn Befragten hatten den Eindruck, nur wenig oder eher wenig mitentscheiden zu dürfen.

Da überrascht es nicht, dass mehr als die Hälfte der Kinder den Wunsch nach mehr Mitspracherecht äußerten und sich zudem wünschen, ihr Arzt/Pädiater möge sich doch mehr Zeit für ihre Fragen nehmen. Die Eltern wiederum gaben in der Mehrheit an, dass sich ihr Kind häufig nicht traue, Fragen zu stellen oder spezielle Wünsche zu äußern und sehen ihr Kind zudem mitunter auch als überfordert an.

Dennoch, so das Fazit der Studienautoren, zahle sich eine verstärkte Partizipation in der Pädiaterpraxis aus. Denn damit würden das Selbstbewusstsein der jungen Patienten gefördert, verbreitete Ängste vermindert und die Adhärenz sowie insbesondere auch die Gesundheitskompetenz gestärkt.


Raimund Schmid

Quelle:Stiftung Kindergesundheit. forsa-Umfrage: Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Gesundheitsversorgung. Kindergesundheitsbericht 2025