Die postnatale Behandlung Frühgeborener, die in der 22. – 23. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wurden, nimmt zu, obwohl die Überlebensraten nach wie vor niedrig sind. Detaillierte Informationen zum Outcome können daher für die Forschung, das Benchmarking, die Qualitätsverbesserung und die Elternberatung wichtig sein.
Ziel einer Studie war die Bewertung der Überlebensrate und der wichtigsten Morbiditäten sowie ihrer Unterschiede zwischen den teilnehmenden 11 Netzwerken bei Frühgeborenen, die in der 22. – 23. SSW geboren wurden (International Network for Evaluation of Outcomes (iNeo) für Neugeborene in 12 Ländern oder Regionen).
Im Rahmen einer internationalen, registerbasierten Kohortenstudie mit Frühgeborenen, die zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2021 in der 22. – 23. SSW geboren wurden, keine schweren angeborenen Anomalien aufwiesen und in 11 nationalen oder regionalen Neugeborenen-Konsortien zur neonatologischen Intensivbehandlung aufgenommen wurden, erfolgte die Datenanalyse (02. 12. 2023 bis zum 15. 06. 2025). Primäre Endpunkte der Untersuchung waren Überleben bis zur Entlassung aus der neonatologischen Intensivstation, schwere neonatale Morbiditäten und Überleben ohne schwere Morbiditäten.
Insgesamt wurden 5.019 Frühgeborene eingeschlossen (1.084 von 4.636 Frühgeborenen (23 %) mit einem mütterlichen Alter > 35 Jahre; 2.641 von 5.017 Frühgeborenen (53 %) männlich); darunter 846 Frühgeborene, die in der 22. SSW geboren wurden, und 4.173, die in der 23. SSW geboren wurden. Unterschiede zwischen den beteiligten Netzwerken hinsichtlich der perinatalen Versorgung in der 22. bzw. 23. SSW umfassten die Verabreichung von pränatalen Steroiden (in einem Bereich von 18 % bis 83 % bzw. 57 % bis 98 %), Kaiserschnittgeburten (0 – 42 % bzw. 5 – 73 %) und außerhalb des Netzwerks geborene Kinder (0 – 26 % bzw. 0 – 22 %).
Signifikante Unterschiede zwischen den beteiligten Institutionen hinsichtlich der bereinigten Wahrscheinlichkeiten für Ergebnisse in der 22. bzw. 23. SSW umfassten das Überleben bis zur Entlassung (95 %-KI von 9 – 64 % und 16 – 80 %; p < 0,001), periventrikuläre Blutungen (PVH) oder periventrikuläre Leukomalazie (PVL) des Grades 3 oder 4 (schwere PVH oder PVL: 24 – 65 % und 18 – 56 %; p < 0,001), Überleben ohne schwere PVH oder PVL (7 – 53 % und 9 – 69 %; p < 0,001), behandelte FrühgeborenenRetinopathie bei Überlebenden (32 – 57 % (p = 0,008) und 16 – 48 % (p < 0,001)), bronchopulmonale Dysplasie bei Überlebenden (nur für 23 Wochen: 64 – 88 %; p < 0,001) und nekrotisierende Enterokolitis (nur für 23 Wochen: 6 – 28 %; p < 0,001).
Standardisierte Inzidenzverhältnisse zeigten signifikante Unterschiede hinsichtlich Überleben und schwerwiegender Morbidität in einigen Einrichtungen im Vergleich zu einer Referenzpopulation aus allen anderen Netzwerkbeteiligten.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (2) Seite 96
