Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat darauf hingewiesen, dass insbesondere bei den Zwölf- bis 17-jährigen Nikotinprodukte wieder im Aufwind sind. Insgesamt rauchte im Jahr 2025 knapp jeder zehnte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren und damit 3,5 Prozentpunkte mehr als noch vier Jahre zuvor.
Die DGP bezieht sich mit ihrer Stellungnahme auf die neue Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), die bereits Daten aus dem Jahr 2025 beinhaltet. Zwei Trends seien dabei besonders besorgniserregend: die Zunahme des Konsums von Mehrweg-E-Zigaretten beziehungsweise der – eigentlich hierzulande nicht verkäuflichen -Nikotinbeutel sowie die Tatsache, dass vor allem Mädchen wieder deutlich mehr Nikotinprodukte konsumierten. Bereits jede vierte weibliche Jugendliche vapte im vergangenen Jahr!
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass insbesondere Einweg-E-Zigaretten und aromatisierte Produkte junge Menschen ansprechen“, warnte DGP-Präsident Christian Taube in einer Stellungnahme seiner Gesellschaft vor dem neuen Trend. Dies sei deshalb fatal, weil immer mehr Studien untermauern, dass E-Zigaretten die Lunge und die Gefäße schädigen. Erschwerend komme noch hinzu, dass junge Menschen neben konventionellen Zigaretten nun auch noch zusätzlich E-Zigaretten konsumierten, laut Taube eine besonders gefährliche Kombination.
Die Forderungen der DGP in Richtung Politik sind daher eindeutig: ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten und von Aromastoffen in E-Zigaretten, strengere Regeln für den Onlinevertrieb etwa von Vapingprodukten und zudem – nach dem Modell in anderen Ländern – eine deutlich höhere Tabaksteuer.
Raimund Schmid
