Die anhaltenden Kriege und Krisen hinterlassen bei immer mehr Kindern ihre Spuren. Das könnte zumindest ein Grund sein, warum psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen 2024 die häufigste Ursache für stationäre Behandlungen von Kindern und Jugendlichen waren. Im Vergleich zu 2004 ist die Zahl der im Krankenhaus zu behandelnden psychisch kranken jungen Menschen sogar um 36,5 % gestiegen.

Nahezu ein Fünftel (18,9 %) der im Krankenhaus stationär behandelten Patientinnen und Patienten im Alter von 10 bis 19 Jahren –insgesamt 116.300 – sind dort 2025 nach Angaben des Statistische Bundesamtes in Wiesbaden wegen einer solchen Erkrankung gewesen. Das sind 3,4 % mehr Fälle als noch im Jahr 2024.

Die meisten der in diesem Bereich behandelten Kinder und Jugendlichen wurden wegen Depressionen stationär behandelt. 2024 waren das immerhin fast 34.000 der 10- bis 19-Jährigen. Bei 11.700 dieser jungen Menschen wurden schwere Belastungs- und Anpassungsstörungen diagnostiziert, die eine stationäre Versorgung erforderten. Gerade die vermehrt auftretenden Depressionen und schwerwiegenden Belastungsstörungen dürften durchaus auch Folge der vielfältigen Krisen hierzulande und Kriege sein, denen sich offenbar viele junge Menschen zunehmend hilflos ausgesetzt sehen.


Raimund Schmid

Quelle:Statistisches Bundesamt (Destatis). Pressemitteilung Nr. N021: Psychische Erkrankungen 2024 die Ursache für 18,9 % der Krankenhausbehandlungen von 10- bis 19-Jährigen. 01.04.2026