Dieses Programm passt genau in die Zeit und startet in einem Jahr, in dem Deutschland von eine der bisher größten Hitzewellen erfasst wird. Die Rede ist vom digitalen Präventionsprogramm „KlimaChecker - Gemeinsam für Umwelt und Gesundheit.“ Initiator dieses innovativen Ansatzes sind die Stiftung Kindergesundheit und die Betriebskrankenkassen (BKK).
Das neue Unterrichtsangebot für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen soll zum Schuljahr 2026/2027 modellhaft zunächst in bayerischen Schulen starten. Das Programm bereitet altersgerecht und spielerisch die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit auf und ist sogar bereits im Masterplan Prävention des Bayerischen Gesundheitsministeriums verankert. Insofern sollten auch Kinderärztinnen und Kinderärzte darüber informiert sein.
Im Fokus des „KlimaChecker“-Programms steht eine interaktive Rahmenerzählung, bei der die Schüler das virtuelle Segelboot „Gaia“ auf einer Weltreise begleiten. Dabei werden sie an verschiedenen Stationen mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Sie erfahren auf diese Weise, wie sich Klimaveränderungen auf die menschliche Gesundheit auswirken und welche Handlungsmöglichkeiten jeder Einzelne hat. Das Programm ist somit insbesondere auf Problemlösungen ausgerichtet.
Hinter dem pädagogischen Konzept der „KlimaChecker“ steht eine Kombination von wissenschaftlich fundiertem Wissen mit didaktisch altersgerecht aufbereiteten digitalen Materialien. In drei flexibel einsetzbaren Modulen aus den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung setzen sich die Lernenden mit Themen wie Luftqualität, Hitze, Wasser oder planetare Gesundheit auseinander. Da das Programm in den Lehrplan integriert worden ist, kann es nicht nur in Vertretungsstunden und bei Projekttagen eingesetzt, sondern auch in reguläre Unterrichtsstunden eingebaut werden, wobei der Vorbereitungsaufwand für Lehrkräfte gering ist. Nach der Pilotphase soll das Projekt flächendeckend ausgerollt werden.
„KlimaChecker“ unterstützt junge Menschen dabei, selbstbewusst und informiert Verantwortung für ihre eigene Zukunft und die Zukunft unseres Planeten zu übernehmen,“ stellt Prof. Berthold Koletzko, Kinder- und Jugendarzt und Vorstand der Stiftung Kindergesundheit, die Vorzüge dieses Programms heraus. Ermöglicht wird das Projekt durch ein breites Bündnis der Betriebskrankenkassen, wodurch das Programm laut Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK-Landesverbandes Bayern, ohne weitere Kosten an Schulen angeboten werden kann.
Einziger Wermutstropfen: Der Start des Programms im September ist bezogen auf die Jahreszeit sicher suboptimal. Besser wäre es sicher gewesen, wenn man den Startschuss zu Beginn der heißen Sommermonate, in denen Schülerinnen und Schüler gerade in diesem Jahr die Hitze hautnah erleben, gelegt hätte.
Raimund Schmid
