Das Robert Koch-Institut (RKI) führt regelmäßig Befragungen zum Thema Impfen, Impfwissen, Impfskepsis und Impfakzeptanz durch .So sind kürzlich die Ergebnisse einer Befragung von Eltern mit Kindern unter sieben Jahren im Rahmen des IMPRESS-Projektes veröffentlicht worden, die gerade auch für Pädiater interessant sind.
Insgesamt wurden 614 Eltern befragt. Falls die befragten Eltern mehrere Kinder haben, wurden sie gebeten, bei der Beantwortung der Fragen an ihr jüngstes Kind zu denken. Es zeigte sich, dass die Mehrheit der befragten Eltern Impfungen als sehr wichtig für die Gesundheit ihrer Kinder erachten. Die meisten Eltern schätzen die Sicherheit von Kinderimpfungen insgesamt als hoch ein. Besonders hoch ist die Impfakzeptanz bei Eltern jüngerer Kinder. Rund 9 von 10 Eltern von Kindern unter 5 Jahren bewerten Impfungen als (eher) wichtig. Auch bei Eltern von Kindern ab 5 und unter 7 Jahren bleibt die Zustimmung mit etwa 8 von 10 Eltern auf einem hohen Niveau.
In allen Altersgruppen gaben etwa 8 von 10 Eltern an, ein hohes Vertrauen in die Kinderärztinnen und Kinderärzte, die ihr Kind impfen, zu haben. Fast alle befragten Eltern bekräftigten, dass die Kinderärztin oder der Kinderarzt Impfungen für das Kind empfohlen habe. Bei Eltern von Kindern ab 2 und unter 5 Jahren ist der Anteil derjenigen mit sehr hohem Vertrauen in die Kinderärztin/den Kinderarzt am höchsten. In allen Gruppen lag der Anteil der Eltern, die ein geringes Vertrauen aufweisen, unter einem Wert von 10 %. Untersucht wurde auch, ob ein sozialer Druck aus dem persönlichen Umfeld besteht, das eigene Kind impfen zu lassen. Dazu gaben 8 von 10 Eltern an, dass die meisten ihrer Familienangehörigen und Freunde möchten, dass sie ihr Kind impfen lassen. Weniger als eine von 10 Personen gab an, dass ihr nahes Umfeld (eher) nicht möchte, dass das Kind geimpft wird.
Knapp 9 von 10 Eltern von Kindern unter 7 Jahren sehen den Zugang zu Kinderimpfungen als (eher) unaufwändig an, in Bezug auf Fahrtkosten, Zeit- und Betreuungsaufwand. Als aufwändig oder „teilweise“ aufwändig bewerteten je 2 von 10 Eltern den Zugang zu den Impfungen für das Kind.
Im Rahmen der Studie wurde neben der Frage nach der Impfbereitschaft der Eltern auch das Impfwissen der Eltern erfragt. Die Auswertung der Studie ergab, dass 3 von 10 Eltern über eine eher hohe impfbezogene Gesundheitskompetenz verfügen, während 2 von 10 Eltern eine hohe Kompetenz im Hinblick auf Impfungen aufwiesen. Es zeigte sich aber auch, dass 5 von 10 Eltern lediglich über eine eingeschränkte impfbezogene Gesundheitskompetenz verfügten.
Die Ergebnisse untermauern die Notwendigkeit, dass im Hinblick auf das Thema Impfungen weiterhin Aufklärungsbedarf besteht, um Mythen zu entkräften und die Akzeptanz von Impfungen weiter zu fördern.
Katharina Maidhof-Schmid
