27.04.2009 Sport treibende Kinder überwinden leichter den "inneren Schweinehund"

Die Ergebnisse sind erschreckend: Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland haben große motorische Schwächen und sind nicht in der Lage, selbst einfache sportliche Aufgaben zu meistern. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Gründe für diese Ergebnisse sind häufige Inaktivität, mit zunehmendem Alter auch eine sinkende Bereitschaft, sich anzustrengen sowie Übergewicht und Adipositas. Darüber hinaus beeinflussen auch Faktoren wie der Sozialstatus, der Migrationshintergrund und die Wohngegend die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen.
"Wer sich schon als kleines Kind zu wenig bewegt, dem geht später allzu schnell die Puste aus. Wer aber früh lernt, dass sportliche Anstrengung glücklich macht, überwindet auch später als Erwachsener leichter den inneren Schweinhund", sagt Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen.
"Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Im Kindergarten toben sie im Sandkasten herum oder rennen um die Wette und strotzen dabei vor Kraft und Energie. Doch spätestens in der Schule bewegen sich einige Jugendliche oft nur noch, wenn sie müssen. Manche Kinder kommen nur im Sportunterricht so richtig ins Schwitzen", so Ursula von der Leyen.
Beim Blick auf die motorische Leistungsfähigkeit zeigt die Studie, dass die Ausprägung von Gleichgewicht und die Beweglichkeit von Kindern und Jugendlichen abgenommen haben. So hat sich vor allem die Fähigkeit, körperliche Kraft zu entwickeln, in den vergangenen 30 Jahren um 14 Prozent verschlechtert.
Mehr als ein Drittel der getesteten Kinder und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren (35 Prozent) waren nicht in der Lage, zwei oder mehr Schritte auf einem 3 Zentimeter breiten Balken rückwärts zu balancieren. Das generelle Problem besteht darin, dass sich die körperlich-sportliche Aktivität junger Menschen überwiegend auf eine Trainingseinheit pro Woche beschränkt. Im Alltag ist ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen dagegen körperlich relativ wenig aktiv.
Wie lautet aber nun – abgeleitet aus den Ergebnissen der Studie - der Auftrag an Kinder- und Jugendärzte? Die Pädiater sollten vor allem die Eltern nachhaltig dazu drängen, gemeinsam mit den Kindern raus an die frische Luft zu gehen, zu bolzen oder mit dem Rad zu fahren. Denn für Kinder sind die richtigen Vorbilder ganz entscheidend", so Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen.
Weitere Informationen unter www.motorik-modul.de
Aktuelle Ausgabe
Artikel des Monats
Lesen Sie den Artikel des Monats aus der aktuellen Ausgabe der „Kinderärztlichen Praxis”:
Herausgebende Fachgesellschaft
Die Zeitschrift „Kinderärztliche Praxis” wird von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin E.V. (DGSPJ) herausgegeben.








