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02.08.2010 Pädiater fordern Konzertierte Aktion gegen Kinderarmut

Kinder- und Jugendärzte sehen die medizinische Versorgung von Kindern in sozialen Brennpunkten "in großer Gefahr".

Wegen der "anhaltenden Unterfinanzierung" ärztlicher Leistungen in der GKV könnten Mediziner ihre Praxen in Wohnvierteln mit einem hohen Anteil an Arbeitslosen und Migranten kaum mehr finanzieren, kritisierte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beim Kinder- und Jugend-Ärztetag 2010 in Berlin. Eine Unterversorgung gebe es bereits in Problem-Stadtteilen etwa in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Bremen oder Köln.

Die Bundespolitik müsse entschieden gegen Kinderarmut vorgehen. "Wir Kinder- und Jugendärzte beobachten mit Sorge, dass in Deutschland manche Kinder nicht ausreichend zu essen haben, so der BVKJ. Die Hartz-Regelsätze für Kinder seien zu niedrig. Die 1,6 Millionen Jungen und Mädchen bundesweit, die von Hartz-IV-Leistungen leben, sind den Ärzten zufolge erheblich benachteiligt. Das von der Bundesregierung geplante Milliarden-Sparpaket verschärfe die Lage für die Jungen und Mädchen aus armen Familien weiter.

Eine "staatlich gewollte Zweiklassenmedizin" finde zudem bei den Vorsorgeuntersuchungen und in Teilen auch bei der Versorgung mit Medikamenten statt. Privatversicherte Kinder würden hier deutlich bevorzugt und – als Folge davon – Kinder  aus ärmeren Bevölkerungsgruppen diskriminiert.

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