16.01.2012 Kinder- und Jugendärzte nutzen Selektivverträge noch zu wenig

Diese sind von den Pädiatern aber im Jahr 2011 immer noch nicht in gewünschtem Maße ausgeschöpft worden. So bedauert Verbandspräsident Dr. Wolfram Hartmann dass zwar bis Herbst 2011 4.600 Pädiater in den Barmer-GEK Vertrag nach Paragraf 73b eingeschrieben waren, der Vertrag aber nur von 2.400 Kinder- und Jugendärzten tatsächlich genutzt werde.
Dies sei vor allem auch deshalb unverständlich, weil die Pädiater für die neuen Vorsorgen U 10, U11 und J2 – den eigentlichen Innovationen der Verträge - mit 50 € deutlich mehr Honorar erhalten als für die Früherkennungsuntersuchungen bis zur U9 € in der Regelversorgung (30 €).
Allerdings sind diese neuen Vorsorgen auch deutlich anspruchsvoller und zeitintensiver, was viele Kinder- und Jugendärzte bislang wohl davon abhält, diese neuen Früherkennungsangebote tatsächlich in breiterem Maß in Anspruch zu nehmen.
Zuletzt hat nun auch die Techniker Krankenkasse einen Vertrag nach Paragraf 73c mit der BVKJ Service GmbH abgeschlossen. Gleiche oder ähnliche Verträge nach 73c bestehen auch mit der KKH Allianz, der Knappschaft, der BIG direct gesund, der Deutschen BKK, der Siemens BKK und der BKK Mobil Oil.
Bundesweit können die Pädiater allein mit den bundesweiten Selektivverträgen pro Jahr rund acht Millionen Euro zusätzliches Honorar generieren.
Da manche auf Landesebene abgeschlossene Selektivverträge wie etwa der Pädiatriezentrierte Vertrag der Pädiater mit der AOK Bayern besonders gut dotiert sind, können zum Beispiel die Kinder- und Jugendärzte in Bayern bis jetzt immer noch weit mehr zusätzliches Honorar abrufen.
Auch die eine oder andere Einzelleistung wird in manchen Regionen überdurchschnittlich bezahlt. So honoriert die AOK Nordost die Jugendgesundheitsuntersuchung J2 sogar mit 75 €.
R. Schmid
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