09.01.2012 Frühe Hilfen: Ärzteschaft und Jugendhilfe müssen zusammenwirken

Dese Kooperation findet aber derzeit noch nicht in ausreichendem Maße statt. Ärztinnen und Ärzte haben im Bereich der Frühen Hilfe zum Schutz von Kindern eine große Bedeutung, denn ihr Zugang zu allen Familien mit kleinen Kindern und zu Schwangeren ist häufig besonders gut. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KV Baden-Württemberg) zeigt nun innovative Wege auf, wie künftig die Zusammenarbeit verbessert werden kann.
In einem vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) geförderten Projekt unterstützt sie seit September 2010 die Vernetzung von Ärzten mit der Kinder- und Jugendhilfe, indem sie berufsgruppenübergreifende Qualitätszirkel initiierte. Erste Ergebnisse darüber sind nun bei einem Symposium in der Bezirksdirektion Stuttgart der KV Baden-Württemberg vorgestellt worden.
Qualitätszirkel sind schon seit einigen Jahren im ärztlichen Versorgungssystem ein etabliertes Instrument. Durch die Öffnung dieser Zirkel für Mitarbeitende der Jugendhilfe wird in anonymen Fallbesprechungen gemeinsam beraten, welche Hilfe in einem konkreten Fall die richtige für die jeweilige Familie ist. Ärztinnen und Ärzte, die hausärztlich tätig sind, sowie Mediziner aus den Fachrichtungen Kinderheilkunde und Gynäkologie bieten diese Hilfe dann in einem Beratungsgespräch den Familien an und stellen den Kontakt zu weitergehenden Hilfen, beispielsweise der Kinder- und Jugendhilfe, her.
Die Landesregierung und die gesetzlichen Krankenversicherungen zeigen besonderes Interesse an dem Projekt der KV Baden-Württemberg. Gesundheitsministerin Katrin Altpeter lobte das Modellprojekt der KV Baden-Württemberg. Es setzt auf der praktischen Ebene an und greift auch eine zentrale Forderung des geplanten Kinderschutzgesetz des Bundes auf.“ Sie kündigte an, das Landeskinderschutzgesetz zu überarbeiten. Schließlich müsse gerade die Ärzteschaft wissen, „welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn ein Kind gefährdet ist.“
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Es ist in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln angesiedelt, die gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München die Trägerschaft übernommen hat. Weitere Informationen über das Nationale Zentrum Frühe Hilfen unter www.fruehehilfen.de
R. Schmid
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