05.12.2011 EU-Verzicht auf Lebensmittelampel – eine verpasste Chance!

„Verantwortlicher Verbraucherschutz sieht anders aus!“ Mit diesen Worten kritisierte Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ E. V.) die neuen EU-Kennzeichnungsregeln für Lebensmittel. „Die jetzt beschlossene Lebensmittelkennzeichnung ist genauer als die alten Regeln, aber sie bleibt weiterhin schwer verständlich.
Insbesondere für Kinder mit Übergewicht bzw. Adipositas, die zu einem großen Teil aus Familien mit Migrationshintergrund bzw. aus bildungsfernen Familien stammen, wird die Beurteilung der Lebensmittel hinsichtlich erhöhter Fett-, Salz oder Zuckergehalte nicht klarer. Die so genannte Lebensmittelampel oder eine andere klare Kennzeichnung mit einfachen Symbolen hätte dies dagegen vermocht.“
Die neuen Kennzeichnungsregeln hätten nach Ansicht des BVKJ die Chance geboten, Kinder und Jugendliche vor falscher Ernährung und damit Übergewicht zu schützen. Dr. Wolfram Hartmann: „Diese Chance hat die EU nicht ergriffen. Es fehlen vor allem Pflicht-Angaben zum Nährwert auf der Vorderseite.
Es wird keine Informationen über die Herkunft außer bei Frischfleisch geben. Außerdem müssen die neuen Vorschriften erst ab Ende 2014 im Supermarkt sichtbar sein, also in drei Jahren. Das Übergewicht, das in dieser Zeit entsteht, werden viele Kinder lebenslang nicht mehr los.
Quelle BVKJ/ras
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