26.12.2011 BVKJ: Kein Platz für Kinder – Familienpolitik verfehlt ihr Ziel

Trotz Rechtsanspruchs müssen viele Kinder unter drei Jahren auch in Zukunft auf professionelle Betreuung und Förderung in einer Kinderkrippe verzichten.

Auf diese Misere hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hingewiesen und bezieht sich dabei auf veröffentlichte Zahlen der statistischen Landesämter. Dies wird gerade sozial benachteiligte Kinder besonders hart treffen, da die in Aussicht gestellte Betreuungsquote von 35 Prozent bis 2013 wohl kaum erreicht werden wird, fürchtet BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann. 

Hartmann weiter: „Wir verschleudern in Deutschland unsere Talente. Wir nehmen es hin, dass Zehntausende von Kindern aus bildungsfernen und anregungsarmen, oft durch Migration geprägten Elternhäusern aufgrund mangelnder frühkindlicher Förderung Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen oder Teilleistungsschwächen entwickeln. Diese Defizite lassen sich oft nie mehr im Leben aufholen.“

Der Krippen-Ausbau dürfe daher nicht scheitern, Bund und Länder sollten aufhören, sich vorauseilend gegenseitig den Schwarzen Peter an diesem Scheitern zuzuschieben. Stattdessen müsse alles getan werden, um so schnell wie möglich die Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren bis 2013 flächendeckend auszubauen und dafür auch qualitativ gutes Personal bereitstellen. Hartmann: „Es zählt dabei jeder Tag, denn unsere Kinder warten nicht mit dem Aufwachsen.“

R. Schmid

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