Die Datenbasis aus klinischen Studien zu gesundheitsfördernden Wirkungen von Probiotika wächst ständig, so Experten bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Demnach stärken bestimmte Probiotika-Stämme, etwa aus probiotischen Nahrungsmitteln, die Darmflora. So können sie zur Unterstützung der natürlichen Abwehrkräfte bei Kindern beitragen, z. B. bei gastrointestinalen Infekten. Aber auch Infektionen außerhalb des Magen-Darm-Trakts werden positiv beeinflusst.

„Unsere Darmflora beeinflusst das Immunsystem maßgeblich – das betrifft nicht nur die Allergieentstehung, sondern auch unsere Abwehrkräfte“, erläuterte Priv.-Doz. Dr. Markus Rose, Frankfurt am Main, auf einem Symposium der Firma Danone bei der DGKJ-Jahrestagung in Potsdam. Zur Pflege der Darmflora spielen Probiotika, z. B. milchsäurebildende Bakterien, eine große Rolle. Diese „Mulitalente“, so Prof. Philip Rosenstiel, Kiel, können im Darm pathogene Keime verdrängen, die Barrierefunktion der Darmwand stärken und so das darmassoziierte und darüber hinaus das systemische Immunsystem unterstützen. Rose: „Probiotika vermindern die Aufnahme von Pathogenen im Darm. Außerdem kommt es zu einer Potenzierung unserer körpereigenen Immunabwehr.“ Die Datenbasis aus klinischen Studien zu gesundheitsfördernden Wirkungen von Probiotika– etwa bei Durchfallerkrankungen oder zur Immunmodulation – wächst stetig. Jedoch: Die positiven Effekte eines Probiotikums sind stammspezifisch und können nicht auf andere probiotische Mikroorganismen übertragen werden, betonte Prof. Wolfgang Kneifel, Wien: „Nicht alle Probiotika sind gleich!“

Kinder mit Durchfallerkrankungen profitieren von Lactobakterien
Umfangreiche Daten – gerade auch zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen – existieren für das mit Lactobacillus casei DN - 114 001 fermentierte Milchprodukt Actimel®: 27 Publikationen klinischer Studien an Menschen aller Altersklassen belegen positive Effekte auf die körpereigenen Abwehrkräfte. „Das Produkt ist eindrucksvoll bei Kindern mit akuter Diarrhoe in Gemeinschaftseinrichtungen eingesetzt worden“, berichtete Rose.

So reduzierte sich in einer Studie die Schwere und die Dauer des Durchfalls signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe. In einer weiteren Studie mit 928 Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter sank die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen deutlich im Vergleich zur Kontrollgruppe (15,9 vs. 22 %, p = 0,03). Gleichzeitig reduzierte sich die Rotaviren-Keimzahl um den Faktor zehn und damit die Ansteckungsgefahr für andere Kinder. Rose: „Es ist nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin eine klare Sache, dass Kinder mit Rotavirus-Gastroenteritis von Lactobakterien profitieren.“ In anderen Studien verbesserte der Joghurtdrink zudem bei Kindern die Eradikationsrate von Helicobacter pylori und die Symptomschwere bei allergischer Rhinitis.


Abb. 1: Reduktion des Auftretens von häufigen Infektionskrankheiten [Quelle: Merenstein DJ et al., Eur J Clin Nutrition 2010; 64: 669-667].


Wirkung bei extraintestinalen Infektionen

„Die Immunmodulation geht offensichtlich auch über den Darm hinaus und hat Auswirkungen auf extragastrointestinale Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Erkältungskrankheiten“, berichtete Rose. In einer aktuell publizierten großen Studie mit über 600 Kindern in Gemeinschaftseinrichtungen hatten diejenigen, die drei Monate das das fermentierte Milchprodukt mit L. casei DN - 114 001 erhielten, fast 20 % weniger häufig auftretende Infekte wie Atemwegsoder gastrointestinale Infekte (Abb. 1). Somit hilft Actimel®, die natürlichen Abwehrkräfte zu stärken und so die Widerstandsfähigkeit zu verbessern – auch im Kindesalter.


Impressum

Kinderärztliche Praxis 6/2010, Verlag Kirchheim + Co GmbH, Kaiserstr. 41, 55116 Mainz, Telefon: 06131/96070-0
Redaktion: Jochen Schlabing, mit freundlicher Unterstützung von Danone

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Sonderveröffentlichung

Podcast

Welchen Stellenwert haben Probiotika in der pädiatrischen Praxis? Im Podcast antworten die Experten Prof. Dr. Michael Radke, Potsdam, und Priv.-Doz. Dr. Markus Rose, Frankfurt/M.