Zeitschriftenarchiv

Hier können Sie in der Artikeldatenbank Beiträge ab dem Jahr 2006 durchsuchen. Artikel, die jünger als drei Monate sind, stehen exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung.

>>Jetzt die Kinderärztliche Praxis kostenlos testen

 

Prognose und Möglichkeiten der Vorhersage der Sprach­ent­wicklung bei Late Talkers

Zusammenfassung
Einleitung: Kinder mit sprachlichen Verzögerungen können in der pädiatrischen Praxis im Alter von 24 Monaten mit Hilfe von Elternfragebögen erfasst werden. Bei einem verspäteten Sprechbeginn kann bislang aber nicht zwischen sprachentwicklungsgestörten Kindern, die einer Frühintervention bedürfen, und sprachlichen Spätstartern, die ihren Rückstand ohne eine spezifische Förderung aufholen, unterschieden werden. Ziel der Studie ist es, die Vorhersage der weiteren sprachlichen Entwicklung von 2-jährigen Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen (Late Talkers) zu verbessern, um so die Entscheidung, welche Kinder frühzeitig behandelt werden sollten, zu erleichtern.
Methodik: Über Geburtsanzeigen wurden 58 einsprachig deutsch aufwachsende, sprachentwicklungsverzögerte Kinder rekrutiert. Es erfolgte im Alter von etwa
25 Monaten eine ausführliche Untersuchung sprachlicher und nonverbaler Entwicklungsbereiche sowie psychosozialer Dimensionen. Alle Kinder wiesen einen altersgerechten nonverbalen Entwicklungsstand sowie ein regelrechtes Hörvermögen auf. 50 Kinder konnten 1 Jahr später erneut untersucht werden.
Ergebnisse: Im Alter von 3 Jahren erreichte ein Drittel der Late Talkers sprachliche Fähigkeiten im Durchschnittsbereich, ein Drittel zeigte leichte sprachliche Schwächen und das letzte Drittel hatte eine Sprachentwicklungsstörung. Als Prädiktoren der Sprach­entwicklung erwiesen sich das Sprachverständnis, der elterliche Bildungshintergrund, der nonverbale Entwicklungsstand sowie
externalisierende Verhaltensweisen.
Schlussfolgerung: Bei zwei Drittel der Late Talkers finden sich mit 3 Jahren noch sprachliche Schwächen bzw. eine Sprachentwicklungsstörung. Vor allem bei Defiziten im Sprachverständnis und einer geringen Schulbildung der Eltern ist bei einem Kind mit sprachlichen Verzögerungen im Alter von 2 Jahren die Wahrscheinlichkeit des Aufholens eher gering, und eine frühe Förderung, z. B. in Form einer Anleitung der Eltern zu sprachförderndem Verhalten, sollte eingeleitet werden.
Schlüsselwörter: Late Talkers – verzögerte Sprachentwicklung – Prognose – Prädiktion

Summary
Background:
Language-delayed children can BE identified by using parent questionnaires at the age of 24 months in padiatric routine examinations. When diagnosing early language delay,it has so far not been possible to distinguish between children with specific language impairment, who should BE enrolled in early intervention programmes, and children who catch up without any intervention (so-called
late bloomers). The aim of the study was to improve the prediction of the further language development of children with early language delay (late talkers) in order to decide more easily about which children are in need of early intervention.
Methods and Material: 58 monolingual German-speaking language-delayed the children´s verbal and nonverbal development was tested. At the age of 25 months, children were tested regarding their verbal and nonverbal development. Parents were asked to complete several questionnaires on temperament, behaviour, and socio­demographic and psychosocial apsects. All children scored within the normal range in the nonverbal developmental tests, and had normal hearing. 50 of these children were examined again one year later.
Results: At three years of age, one third of the former late talkers reached language abilities within the normal range, one third showed language difficulties, and one third was diagnosed as specifically languageimpaired. Language comprehension, educational background of the parents, nonverbal abilities, and externalizing problem behaviour proved to BE predictors of further language development.
Discussion: Two thirds of the late talkers show language difficulties or a specific language disorder at the age of three. Deficits in language comprehension and lower education level of the parents indicate unfavorable development. For these children an early intervention seems to BE appropriate, E. g. a parent-directed intervention programme. Key Words: late talkers – prognosis – prediction – language delay

Einleitung

Störungen der Sprachentwicklung gehören zu den häufigsten Entwicklungsstörungen mit gravierenden Folgen für die soziale, emotionale und intellektuelle Entwicklung eines Kindes [17]. Um betroffenen Kindern bessere Entwicklungschancen zu ermöglichen, wird eine frühzeitige Intervention gefordert, d. h. ein Behandlungsbeginn unmittelbar, nachdem im Alter von 2 Jahren eine Sprachentwicklungsverzögerung erkannt werden kann [3]. Da die Sprachprobleme aber nicht bei allen Late Talkers persistieren, sind zur Vermeidung unnötiger Behandlungen ausreichende Kenntnisse über die Prognose von Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen und über Prädiktoren der weiteren Sprachentwicklung notwendig.

Prognose der Sprachentwicklung bei Late Talkers

Verschiedene internationale Studien haben Kinder mit verzögertem Sprechbeginn in ihrer weiteren sprachlichen Entwicklung untersucht. Berichtet wird von 44 % bis 66 % [2, 14] persistierenden sprachlichen Auffälligkeiten, wenn der Zeitraum von einem Jahr betrachtet wird. In der Längsschnittstudie von Rescorla et al. [14] zeigten sich bei 59 % der ehemaligen Late Talkers geringere mittlere Äußerungslängen und bei 66 % Auffälligkeiten in der Grammatik. In einer größeren Zwillingsstudie [2] fanden sich im Alter von 3 Jahren bei 44 % der Late Talkers gegenüber 7 % der sprachlich unauffälligen Kontrollkinder Sprachbesonderheiten. Die Wahrscheinlichkeit einer sprachlichen Auffälligkeit war damit in der Gruppe der Late Talkers um das Sechsfache erhöht. Die Unterschiedlichkeit der Ergebnisse in den bisherigen Längsschnittstudien ist bedingt durch eine divergierende Zusammensetzung der Stichproben (Rescorla et al. z. B. bezogen nur Kinder aus Mittelschichtfamilien ein), durch methodische Unterschiede hinsichtlich der Art der Feststellung einer Sprachauffälligkeit oder Sprachstörung (z. B. durch Testverfahren wie bei Rescorla et al. oder durch Fragebögen wie bei Dale et al.) und durch unterschiedliche Definitionen von sprachlichen Auffälligkeiten, wie z. B. unterschiedliche kritische Werte, die zur Abgrenzung zwischen unauffälliger Entwicklung und Sprachstörung bzw. Sprachschwäche herangezogen wurden.
Insgesamt lassen die bisherigen Studienergebnisse den Schluss zu, dass ein Teil der Late Talkers die sprachliche Verzögerung ohne weiteres Zutun aufholt, während es bei einer nicht unbeträchtlichen Anzahl der Kinder zu länger anhaltenden Sprachauffälligkeiten kommt. Wie hoch der prozentuale Anteil der Kinder mit persistierenden Sprachstörungen ist, lässt sich bislang aber nicht ausreichend sicher sagen.

Vorhersage von späteren Sprachleis­tungen bzw. Sprachauffälligkeiten

Zur Ableitung sinnvoller Strategien für den klinischen Alltag sind genauere Kenntnisse über Prädiktoren der weiteren Sprachentwicklung notwendig. In mehreren Studien wurde versucht, entsprechende Faktoren zu identifizieren. Als mögliche Prädiktoren wurden sprachliche (Wortschatz, Sprachverständnis, Phonologie [18, 19]) und nichtsprachliche Parameter beschrieben, wie z.B.

  • Gebrauch von Gesten
  • Geschlecht (ein weibliches Geschlecht als eher ungünstiges Merkmal)
  • Nonverbaler Entwicklungsstand
  • Familiäre Belastung mit Lese-Rechtschreib-Problemen
  • Sozioökonomische Variablen (insbesondere ein niedrigeres Ausbildungsniveau der Eltern)
  • Verhaltensbesonderheiten [2, 9, 11, 12]

Die Unterschiedlichkeit der Ergebnisse ist dadurch bedingt, dass meist nur eine oder sehr wenige Variablen in die Betrachtung einbezogen wurden und damit Wechselwirkungen einzelner Prädiktoren untereinander nicht berücksichtigt werden konnten. Für den klinischen Alltag problematisch ist außerdem, dass in vielen Studien rein korrelative Zusammenhänge überprüft wurden. Korrelationen weisen auf Beziehungen früher sprachlicher Leistungen zu späteren sprachlichen Fähigkeiten hin, geben aber keine Auskunft darüber, ob ein verzögerter Sprechbeginn eine spätere Sprachentwicklungsstörung vorhersagt. Auch war die Anzahl der untersuchten Kinder oft gering mit Gruppengrößen von 4 bis 5 Kindern, oder die Methodik zur Erfassung möglicher Einflussfaktoren beschränkte sich auf Fragebögen [2]. Die Aussagen zu Prädiktoren sind somit bislang wenig verlässlich. Eine Frühförderung von Kindern mit sprachlichen Verzögerungen wird sich nur dann durchsetzen können, wenn mehr über die weitere Entwicklung von Late Talkers bekannt ist und es gelingt, Faktoren zu extrahieren, die eine Vorhersage darüber erlauben, bei welchen Kindern eher abgewartet werden kann und bei welchen Kindern eine frühe Intervention eingeleitet werden sollte. Die vorliegende Längsschnittstudie mit Late Talkers greift diese Fragen auf.

Methodik

Studienaufbau und Kindergruppe
Ausgehend von Geburtsanzeigen in der Süddeutschen Zeitung wurden Eltern von 24 Monate alten Kindern mit einem Fragebogen zur Sprachentwicklung (ELFRA-2 [7]) angeschrieben. Alle Kinder, die nach dem Fragebogenergebnis sprachverzögert waren, wurden zur genaueren Untersuchung eingeladen. Zum Zeitpunkt der Untersuchung waren die Kinder überwiegend 25 Monate alt. Erfasst wurden sprachliche und nichtsprachliche Fähigkeiten, Verhalten und Temperament, sozioökonomische Faktoren sowie familiäre und anamnestische Variablen. Bei der Gruppenzuordnung galten als Late Talkers diejenigen Kinder, die sowohl nach dem Ergebnis im Elternfragebogen als auch im standardisierten Sprachtest als sprachlich verzögert eingestuft wurden. Zusätzliche Einschlusskriterien waren ein unauffälliger nonverbaler Entwicklungsstand, ein einsprachig deutsches Aufwachsen und ein unauffälliges peripheres Hörvermögen. Schwerwiegende oder chronische Erkrankungen oder Behinderungen durften nicht vorliegen.
In die Studie wurden insgesamt 58 Late Talker eingeschlossen. Der aktive Wortschatz dieser Kinder betrug im Mittel 31 Wörter, und auf den Skalen Syntax und Morphologie lagen die Ergebnisse deutlich unterhalb der kritischen Werte
(Tab. 1). Die Leistungen der Kinder im Sprachentwicklungstest zeigen, dass vor allem die Sprachproduktion beeinträchtigt war (Tab. 2).
Wie zu erwarten, waren Jungen häufiger von sprachlichen Rückständen betroffen als Mädchen (69 % vs. 31 %). Die Kinder erreichten ein nichtsprachliches Entwicklungsniveau, das ihrem chronologischen Alter entsprach (mittlerer Wert auf den Skalen „Perzeption“ und „Handgeschicklichkeit“: M = 25,00; SD = 1,99). Vertreten waren Familien aus allen sozialen Schichten, jedoch, wie es bei Studien dieser Art oft der Fall ist, mit einem Überhang an Eltern mit höherer Schulbildung (Schulabschluss der Mutter: 17 % Hauptschule, 33 % Realschule, 50 % Abi­tur). Weitere Charakteristika der Stichprobe finden sich in Tabelle 3.

 

Die Eltern wurden über die Untersuchungsergebnisse informiert und hinsichtlich eines sprachfördernden Umgangs mit den Kindern beraten. Sie erhielten das
Elterninformationsblatt über Möglichkeiten zur Sprachförderung von U. Ritterfeld (als Anlage zum ELFRA-2 verfügbar). Zusätzlich wurde den Eltern die Teilnahme an einer Elterngruppe zum Training sprachförderlichen Verhaltens angeboten, was aber nur von 2 Eltern in Anspruch genommen wurde. Bis zum Alter von 3 Jahren kann somit von einer weitgehend unbehandelten Gruppe und damit dem Spontanverlauf der Sprachentwicklung ausgegangen werden.
Alle Familien wurden ein Jahr später erneut kontaktiert, und 50 Kinder konnten im Alter von vorwiegend 37 Monaten nachuntersucht werden (Ausfallquote von 14 %). Um sicherzustellen, dass dieser Ausfall nicht zu einer systematischen Verzerrung der Ergebnisse führt, wurden die Daten der ausgefallenen Kinder mit denen der in der Stichprobe verbliebenen verglichen. Dabei wurden im Alter von 2 Jahren keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden – es sind also beispielsweise nicht nur Kinder mit besonders guten oder schlechten Ausgangsleistungen ausgefallen. Zusätzlich lagen von einigen Kindern, die nicht nachuntersucht werden konnten, Daten aus einem Elternfragebogen zur Sprachentwicklung vor. Auch hinsichtlich dieser Ergebnisse unterschieden sich die ausgefallenen Kinder nicht von den in der Stichprobe verbliebenen. Insgesamt kann demnach davon ausgegangen werden, dass die Kinder der endgültigen Stichprobe die Gesamtgruppe der Late Talkers sehr gut abbilden.

Untersuchungsmethoden

Im Alter von 2 Jahren erfolgte über 2 ca. einstündige Termine verteilt eine ausführliche Untersuchung der sprachlichen und nichtsprachlichen Fähigkeiten. Die sprachlichen Fähigkeiten wurden mit dem SETK-2 [4], einem standardisierten Sprachentwicklungstest, überprüft. Dabei werden den Kindern Gegenstände und Bildkarten gezeigt, die sie benennen sollen (Untertest „Wortproduktion“) bzw. mit denen sie angeregt werden, erste Wortverbindungen zu produzieren (Untertest „Satzproduktion“). Zur Überprüfung des Sprachverständnisses werden den Kindern einzelne Wörter (Untertest „Verständnis für Wörter“) bzw. kurze Sätze (Untertest „Verständnis für Sätze“) vorgesprochen mit der Aufforderung, aus einer Auswahl von 4 Bildern auf das jeweils zutreffende zu zeigen.
Zur Überprüfung der nonverbalen kognitiven Leistungen wurden die Skalen „Perzeption“ und „Handgeschicklichkeit“ der Münchner Funktionellen Entwicklungsdiagnostik [8] durchgeführt. Ein unauffälliger Entwicklungsstand wurde angenommen, wenn die Kinder auf beiden Skalen Werte innerhalb der 95. Perzentile erreichten.
Im Anschluss an die Untersuchung wurden in einem psychopathologischen Befund Interaktionsverhalten, Grundstimmung, Frustrationstoleranz, Ausdauer und Konzentrationsvermögen eingeschätzt. Verhaltens- und Temperamentsvariablen wurden zusätzlich über Elternfragebögen erfasst (Toddler Temperament Scale und Child Behaviour Checklist, CBCL 1 ½ – 5). Außerdem wurden in einem Anamnesegespräch und mit einem Anamnesefragebogen Daten zu Entwicklungsbesonderheiten und Erkrankungen des Kindes, zum sozioökonomischen Status und zu familiären Sprachauffälligkeiten erhoben. Zur Überprüfung des peripheren Hörvermögens wurden, wenn nicht bereits Hörtestbefunde vorlagen, otoakustische Emissionen abgeleitet (TEOAE, Firma Mack Medizintechnik).
Bei der Nachuntersuchung im Alter von 3 Jahren wurden die sprachlichen Fähigkeiten mit dem Sprachentwicklungstest für 3- bis 5-jährige Kinder, dem SETK 3  – 5 [5] erhoben. Dieser Test enthält einen rezeptiven Teil, der wie der SETK-2 mit Bildkarten arbeitet und zusätzlich die Ausführung von kleinen Aufträgen mit Spielmaterialien beinhaltet (Untertest „Sprachverständnis“). Im sprachproduktiven Teil werden die Kinder aufgefordert, zu Bildkarten zu erzählen (Untertest „Enkodierung semantischer Relationen“ mit einer Bewertung der Äußerungslänge) und Pluralformen zu bilden (Untertest „Morphologische Regelbildung“). Der Untertest „Phonologisches Gedächtnis für Nichtwörter“, bei dem verschieden lange Kunstwörter exakt nachgesprochen werden sollen, konnte in die Auswertung nicht mit einbezogen werden, da zu viele Kinder gravierende Probleme bei der Lautbildung hatten und damit ein ungenaues Nachsprechen nicht als Hinweis auf Defizite bei der verbalen Merkfähigkeit interpretierbar war.
Das allgemeine sprachliche Niveau im Alter von 3 Jahren diente als Outcome-Variable und wurde über den mittleren T-Wert der 3 einbezogenen Untertests des SETK 3 – 5 definiert. Als sprachentwicklungsgestört galt ein Kind, wenn es in mindestens einem Untertest einen T-Wert von ≤ 35 erreichte (entsprechend 1 ½ Standardabweichungen unter dem Durchschnitt). Als sprachlich schwach wurden diejenigen Kinder klassifiziert, die T-Werte zwischen 36 und 40 aufwiesen (entsprechend 1 – 1 ½ Standardabweichungen unter dem Durchschnitt). Als sprachlich unauffällig galt ein Kind, das in allen Untertests im Durchschnittsbereich liegende Leis­tungen erzielte (T-Werte > 40).

Ergebnisse

Prognose der Sprachentwicklung bis zum Alter von 3 Jahren
Bei der Nachuntersuchung der Late Talkers im Alter von 3 Jahren ergaben sich sehr unterschiedliche Entwicklungs­verläufe (Abb. 1). Ein Drittel der ehemaligen Late Talkers zeigte ein Jahr später im Sprachtest unauffällige Leistungen, d. h., die Werte auf den Skalen für Sprachproduktion und Sprachverständnis des SETK 3 – 5 lagen mindestens im durchschnittlichen Bereich (T-Wert > 40). Bei zwei Dritteln der Late Talkers wurden sprachliche Auffälligkeiten beobachtet. Davon zeigte die eine Hälfte sprachliche Schwächen (T-Wert 36 – 40) in mindestens einem der erfassten Bereiche (bei 66 % dieser Untergruppe waren mindestens 2 sprachliche Teilbereiche betroffen) und die andere Hälfte so ausgeprägte Sprachauffälligkeiten, dass sie als sprachentwicklungsgestört einzustufen waren (T-Wert ≤ 35).

Abb. 1: Entwicklungsverläufe von Late Talkers (n = 50)
zwischen dem Alter von 2 und 3 Jahren

Hinsichtlich der Lautbildungsfähigkeit der ehemaligen Late Talkers fanden sich bei 54 % deutliche Probleme. Der Untertest „Phonologisches Gedächtnis für Nichtwörter“ war aufgrund von Artikulationsdefiziten nicht auswertbar.
Diese sehr unterschiedlichen Entwicklungsverläufe machen noch einmal deutlich, dass es für eine Therapieentscheidung wichtig ist, Faktoren zu extrahieren, die eine frühe Zuordnung zu den einzelnen Verlaufsgruppen erleichtern.

Prädiktoren der weiteren Sprachentwicklung bei Late Talkers
Zur Identifikation von Prädiktoren der Sprachentwicklung wurde zum einen berechnet, welche Variablen prädiktiv für das sprachliche Niveau im Sinne der mittleren Sprachtestwerte sind, und zum anderen, welche Merkmale eine Vorhersage der sprachlichen Diagnose ermöglichen. Als mögliche Prädiktoren wurden alle diejenigen Variablen in die Berechnungen einbezogen, die sich aufgrund theoretischer Vorüberlegungen (s. Einleitung) ergeben hatten oder bei denen in einer Vorauswertung (univariate Analyse) signifikante Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne sprachliche Verzögerung gefunden wurden. Es handelte sich um alle erhobenen sprachlichen Variablen, den nonverbalen Entwicklungsstand, Verhaltensvariablen (Fragebogendaten sowie Einschätzungen der Testleiter), soziodemografische Variablen(Geschwisteranzahl und -status, Schulbildung, wobei wegen der hohen Übereinstimmung zwischen der Schulbildung der Eltern nur die Schulbildung der Mutter in die Berechnungen einbezogen wurde), durch den Testleiter eingeschätzte Mund- und Feinmotorik, das Geschlecht und eine familiäre Vorbelastung mit Sprach- bzw. Lese-Rechtschreib-Problemen.

Vorhersage des sprachlichen Niveaus
Alle potenziellen Prädiktorvariablen wurden zunächst einer Einzelprüfung unterzogen, inwieweit sie in der Lage waren, das sprachliche Niveau (mittlerer SETK-3 – 5- Wert) vorherzusagen. Gerechnet wurden je nach Datenniveau der Prädiktorvariablen Regressions- oder Varianzanalysen. Variablen, bei denen sich signifikante Beziehungen ergaben, sind in Tabelle 4 aufgeführt.


In einem allgemeinen linearen Modell wurde anschließend überprüft, welche dieser Variablen einen unabhängigen Erklärungswert für das Sprachniveau mit 3 Jahren hatten. Im Ergebnis zeigte sich, dass die sprachlichen Leistungen mit 3 Jahren umso schlechter waren, je geringer mit 2 Jahren das Sprachverständnis für Wörter, je niedriger der nonverbale Entwicklungsstand (der aber per definitionem dennoch im Normbereich lag) und je höher der Wert für externalisierendes Verhalten der CBCL 1½ – 5 waren. Ein weiterer signifikanter Risikofaktor war eine geringe Schulbildung der Mutter.

Vorhersage der sprachlichen Diagnose
Die gleichen Variablen wurden einer weiteren Prüfung dahingehend unterzogen, ob sie die diagnostische Zuordnung mit 3 Jahren vorhersagen. Signifikante Beziehungen ergaben sich im Einzelvergleich (logistische Regression) zu den Variablen Sprachverständnis für Wörter, zur Produktion von Satzverbindungen, zu Verhaltensauffälligkeiten (CBCL 1 ½ – 5) sowie zum Bildungsstand der Eltern. Bei der Testung des Gesamtmodells (schrittweise logistische Regressionsanalyse) zur Ermittlung der Variablen mit eigenständigem Erklärungswert fanden sich 2 Variablen, die dafür entscheidend waren, ob im Alter von 3 Jahren bei einem ehemaligen Late Talker eine Sprachentwicklungsstörung oder eine sprachlich unauffällige Entwicklung vorlag: Je niedriger das Sprachverständnis für Wörter im Alter von 2 Jahren
(Abb. 2) und je niedriger die Schulbildung der Mutter war, umso größer war die Wahrscheinlichkeit, dass ein Late Talker im Alter von 3 Jahren eine Sprachentwicklungsstörung hatte.

Abb. 2: Wahrscheinlichkeit für Sprachauffälligkeiten mit 3 Jahren in Abhängigkeit vom Sprachverständnis für Wörter mit 2 Jahren (Untertest des SETK-2)

Eine Dichotomisierung der beiden Prädiktoren verdeutlicht diese Zusammenhänge (Abb. 3). Die Kategorisierung erfolgte in durchschnittliches vs. unterdurchschnittliches Sprachverständnis (T-Wert im entsprechenden SETK-2-Untertest > 40 vs. ≤ 40) bzw. Mutter mit vs. ohne Abitur. Bei der Interpretation muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Gruppen bei einer solchen Unterteilung sehr klein wurden. Das Ergebnis, dass in dieser Studie beim Vorliegen beider Risikofaktoren alle Kinder mit 3 Jahren eine Sprachentwicklungsstörung hatten, kann damit lediglich als ein Hinweis auf die große Bedeutung dieser beiden Risikofaktoren gewertet werden. Dieses Ergebnis ist kein Beleg dafür, dass in jedem Einzelfall Late Talkers mit beiden Risikofaktoren später grundsätzlich eine Sprachwicklungsstörung haben.

Erstaunlicherweise sagte das Ausmaß der Verzögerung der sprachproduktiven Fähigkeiten mit 2 Jahren weder das spätere sprachliche Niveau noch die diagnos­tische Zuordnung vorher. Es war für die weitere Entwicklung nicht entscheidend, ob ein Late Talker im Alter von 2 Jahren einen aktiven Wortschatz von 10 oder von 40 Wörtern aufwies.

Diskussion

Die Sprachentwicklung von Kindern verläuft zu Beginn des Spracherwerbs außerordentlich variabel. Erst ab einem Alter von etwa 2 Jahren sind Verzögerungen beim Erwerb sprachlicher Fähigkeiten als eindeutiges Risiko für persistierende Sprachstörungen anzusehen. Verfügen Kinder im Alter von 24 Monaten über einen aktiven Wortschatz von weniger als 50 Wörtern und benutzen sie noch keine Zweiwortverbindungen, dann wird von einer Sprachentwicklungsverzögerung (Late Talking) gesprochen. Etwa 15 % aller Kinder sind Late Talkers [16].
Eine Verzögerung des Spracherwerbs hat aber nicht für alle Kinder die gleichen Konsequenzen, denn die Entwicklungsverläufe stellen sich höchst unterschiedlich dar. In der vorliegenden Untersuchung konnte gezeigt werden, dass nach einem Jahr etwa ein Drittel der Late Talkers eine weitgehend unauffällige Sprachentwicklung zeigt, ein weiteres Drittel sprachliche Schwächen in mindestens einem Sprachbereich aufweist und bei dem letzten Drittel die Symptome einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung nachweisbar sind. Im Vergleich zu sprachlich unauffällig entwickelten Kindern weisen Late Talkers ein 37fach höheres Risiko auf, dass ihre sprachlichen Fähigkeiten im Alter von 3 Jahren unterhalb des Durchschnittsbereichs liegen [15]. Damit wird die Annahme unterstützt, dass das erste Symptom von Kindern mit einer Störung der Sprachentwicklung gewöhnlich ein verspäteter Sprechbeginn ist [6].
Die geschilderten Entwicklungsverläufe sind typisch für Late Talkers mit durchschnittlichen allgemeinen kognitiven Fähigkeiten. Wie die Entwicklung bei sprachentwicklungsverzögerten Kindern mit einer geistigen Retardierung, einer Sinnesbeeinträchtigung oder sonstigen chronischen Behinderungen verläuft, lässt sich aus unseren Daten nicht ablesen, da diese Kinder aus der Betrachtung ausgeschlossen worden waren. Eine weitere Begrenzung der Stichprobe erfolgte aber nicht. Im Gegensatz zu den meis­ten anderen Studien waren auch Kinder mit Sprachverständnisstörungen und Kinder aus Familien mit geringerem Bildungsniveau in die Studie einbezogen worden.
In der längsschnittlichen Betrachtung der Late Talkers konnten verschiedene Variablen identifiziert werden, die bedeutsam für die weitere sprachliche Entwicklung sind. Es zeigte sich, dass ein beeinträchtigtes Sprachverständnis, ein geringer Bildungsstand der Mutter, ein niedrigerer nonverbaler Entwicklungsstand sowie externalisierende Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von mangelnder Aufmerksamkeit und Ausdauer ein Hinweis darauf sind, dass die sprachlichen Leistungen ein Jahr später weniger gut ausfallen. Nonverbale Leistungen und Verhaltensauffälligkeiten wurden auch in früheren Studien als mögliche Prädiktoren genannt [11, 13, 14]. In Bezug auf das Sprachverständnis war die Studienlage nicht einheitlich. Thal und Katich [18] fanden einen Zusammenhang zwischen frühen Fähigkeiten beim Sprachverständnis und dem Sprachentwicklungsstand ein Jahr später, während Rescorla [14] keine Vorhersagekraft der Leistungen im Sprachverständnistest nachweisen konnte. Auch für den Bildungsstand der Mutter finden sich in der Literatur widersprüchliche Ergebnisse. In der von Marschik et al. [10] untersuchten Kindergruppe verlief die weitere Entwicklung unabhängig vom Ausbildungsgrad der Mutter, wohingegen Dale et al. [2] einen Einfluss beobachten konnten.
Für den klinischen Alltag entscheidend ist die Frage, welche dieser Variablen darüber entscheiden, ob ein Kind eher der Kategorie der sprachlichen Spätstarter (Late Bloomers) zuzuordnen ist oder ob es sich um ein Kind mit einem Risiko für eine persistierende Störung der Sprachentwicklung handelt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Diagnose einer Sprachentwicklungsstörung mit 3 Jahren umso wahrscheinlicher wird, je schlechter das Sprachverständnis des Kindes im Alter von 2 Jahren und je niedriger die Schulbildung der Mutter ist.
In der Praxis kann das Bildungsniveau der Eltern leicht festgestellt werden, während eine Beurteilung des Sprachverständnisses nur mit einem standardisierten Sprach­entwicklungstest möglich ist. Eine Befragung der Eltern zur Beurteilung des Sprachverständnisses hat sich als nicht aussagefähig erwiesen. So hatte in der vorliegenden Studie keine Mutter angegeben, dass ihr Kind Probleme beim Sprachverständnis hätte. Tatsächlich waren es aber 41 % der Late Talkers, bei denen im Sprachtest in mindestens einem der beiden Untertests zur Beurteilung des Sprachverständnisses unterdurchschnittliche Leistungen gefunden wurden. Für die Vorhersage einer Sprachentwicklungsstörung entscheidend war aber nur das Sprachverständnis für Wörter, nicht das Ergebnis im Untertest „Verstehen von Sätzen“. Werden alle Late Talkers in die Betrachtung einbezogen und nicht nur diejenigen mit einer durchschnittlichen allgemeinen geistigen Entwicklung, wie in dieser Studie, dann ist ein eingeschränktes Sprachverständnis ein Marker für verschiedene Entwicklungsauffälligkeiten, nicht nur für solche im sprachlichen Bereich [1]. Bei Kindern mit Sprachverständnisstörungen sollte deshalb eine ausführliche Diagnostik erfolgen, insbesondere hinsichtlich des Vorliegens einer geistigen Retardierung, eines autistischen Syndroms oder einer Sinnesbeeinträchtigung.
Bemerkenswert ist, dass bei Late Talkers das Ausmaß der sprachlichen Verzögerung keinen Vorhersagewert für die weitere Sprach­entwicklung oder die spätere sprachliche Diagnose hat. Wenn ein Kind im Alter von 2 Jahren weniger als 50 Wörter spricht, dann ist es nicht von prognostischer Relevanz, ob es 10 oder 40 Wörter sind. Die Größe des aktiven Wortschatzes ist zwar das wichtigste Kennzeichen von Late Talkers, für die weitere Entwicklung dieser Kinder sind aber andere Faktoren entscheidend. Im Gegensatz dazu ist bei sprachlich unauffällig entwickelten Kindern durchaus eine Korrelation zwischen dem frühen Wortschatz und späteren Sprachfähigkeiten zu beobachten. Kinder, die mit 2 Jahren einen relativ großen Wortschatz besitzen, zeigen mit großer Wahrscheinlichkeit auch später gute sprachliche Fähigkeiten [15].

Schlussfolgerungen

Die vorliegende Studie hat eine große Bandbreite von Prädiktoren gemeinsam und unter Einbeziehung möglicher Wechselwirkungen untersucht, verschiedene Bildungsschichten einbezogen und konnte für die weitere Entwicklung wichtige Variablen identifizieren. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Ergebnisse auf Wahrscheinlichkeitsmodellen beruhen. Diese ermöglichen Aussagen darüber, ob und in welchem Ausmaß die Wahrscheinlichkeit für persistierende Sprachstörungen erhöht ist. Sichere Vorhersagen für den Einzelfall sind nicht möglich. Unter Berücksichtigung der genannten Prädiktoren können in der klinischen Praxis dennoch bessere Entscheidungen getroffen werden, als dies bisher möglich war. Weitere Studien sind aber wünschenswert, um die Bedeutung der Prädiktoren zu verifizieren und klare Handlungsanweisungen, z. B. im Sinne von kritischen Werten für den Bereich des Sprachverständnisses, angeben zu können.
Der Verlauf der Sprachentwicklung der Late Talker hat gezeigt, dass eine einfache und kurze Beratung der Eltern über Möglichkeiten zu einer gezielten Sprachförderung nicht ausreichend ist, um ein Aufholen der sprachlichen Defizite zuverlässig zu erreichen. Alle Eltern waren im Anschluss an die Untersuchung ausführlich beraten worden und trotzdem waren zwei Drittel der Kinder ein Jahr später immer noch sprachlich auffällig. Frühe Interventionen, z. B. in Form eines Elterntrainings, sollten deshalb zumindest bei Kindern mit zusätzlichen Risikofaktoren erfolgen.

Jetzt bookmarken:del.icio.usMister Wongoneviewgoogle.comYahooMyWebWebnewsYiggItLinkaARENAlive.comMa.gnolia

Aktuelle Ausgabe

Themen:

Sport: Risiken vermeiden

• Was tun bei Commotio?
• Verletzungen beurteilen
• Untersuchungen bei Leistungssportlern
• Sport und Wachstum

Artikel des Monats

Lesen Sie die Artikel des Monats aus der aktuellen Ausgabe der „Kinderärztlichen Praxis”:

Herausgebende Fachgesellschaft

Die Zeitschrift „Kinderärztliche Praxis” wird von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin е.V. (DGSPJ) herausgegeben.

Pädiatrische Literatur

 
Wesentliches für die Praxis...
  • Entwicklungsverzögerungen der Sprache wachsen sich bei der Mehrheit der Kinder zwischen dem Alter von 2 und 3 Jahren nicht aus: ein Drittel der ehemaligen Late Talkers zeigt eine Sprachentwicklungsstörung und ein weiteres Drittel sprachliche Schwächen. Nur ein Drittel ist als unauffällig einzustufen.
  • Eine Vorhersage der weiteren Sprachentwicklung ist über das Sprachverständnis, den soziodemografischen Hintergrund, das nonverbale Entwicklungsniveau und externalisierende Verhaltensprobleme möglich. Kinder mit einem geringeren Sprachverständnis, die zusätzlich aus einem Elternhaus mit niedrigerem Bildungsniveau stammen, haben das größte Risiko, eine dauerhafte Beeinträchtigung im Sinne einer Sprachentwicklungsstörung auszubilden.
  • Beim Vorliegen einer ungünstigen Risikokonstellation sollte direkt eine Frühintervention eingeleitet werden. In jedem Fall erforderlich bei Late Talkers ist eine Nachuntersuchung der Kinder im Alter von 3 Jahren, um bei persistierenden Auffälligkeiten eine logopädische Behandlung veranlassen zu können.
<//font> Literatur 1.Buschmann A, Jooss B, Rupp A, Dockter S, Blaschtikowitz H et al. (2008) Children with developmental language delay at 24 months of age: results of a diagnostic work-up. Dev Med Child Neurol 50: 223 – 229
2.Dale PS, Price TS, Bishop DVM, Plomin R (2003) Outcomes of early language delay: I Predicting persistent and transient language difficulties at 3 and 4 years. J Speech Lang Hear Res 46: 544 – 560
3.Ellis Weismer S (2001) Intervention for children with developmental language delay. In: Bishop DVM, Leonard LB (eds) Speech and language impairments in children:
Causes, characteristics, intervention and outcome. Psychology Press, Hove, East Sussex, 157 – 176
4. Grimm H (2000): Sprachentwicklungstest für zweijährige Kinder – SETK-2. Hogrefe, Göttingen
5. Grimm H (2001) Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder – SETK 3 – 5. Hogrefe, Göttingen
6.Grimm H (2003) Störungen der Sprachentwicklung. Hogrefe, Göttingen
7.Grimm H, Doil H (2006) Elternfragebogen für die Früherkennung von Risikokindern. Hogrefe, Göttingen
8.Hellbrügge T, Lajosi F, Menara D, Schamberger R, Rautenstrauch T (1985) Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik. Hansisches Verlagskontor, Lübeck
9. Lyytinen H, Aro M, Eklund K, Erskine J, Guttorm T et al. (2004) The development of children at familial risk for dyslexia: Birth to early school age. Ann Dyslexia 54: 184 – 220
10. Marschik C, Einspieler C, Garzarolli B, Prechtl H (2007) Events at early development: Are they associated with early word production and neurodevelopmental abilities at the preschool age? Early Hum Dev 83: 107 – 114
11. Oliver B, Dale PS, Plomin R (2004) Verbal and nonverbal predictors of early language problems: An analysis of twins in early childhood back to infancy. J Child Lang 31: 609 – 631
12. Paul R (1993) Patterns of development in late talkers: Preschool years. Journal of Childhood Communication Disorders 15: 7 – 14
13. Paul R, Murray C, Clancy K, Andrews D (1997) Reading and metaphonological outcomes in late talkers. J Speech Lang Hear Res 40: 1037 – 1047
14. Rescorla L, Dahlsgaard K, Roberts J (2000) Late-talking toddlers: MLU and IPSyn outcomes at 3;0 and 4;0. J Child Lang 27: 643 – 664
15. Sachse S (2007) Neuropsychologische und neurophysiologische Untersuchungen bei Late Talkers im Quer- und Längsschnitt. Verlag Dr. Hut, München
16. Sachse S, von Suchodoletz W (2007) Variabilität expressiver Sprachleistungen bei zweijährigen Kindern erfasst mit dem ELFRA-2. Sprache-Stimme-Gehör 31: 118 – 125
17. Suchodoletz von W (2004) Zur Prognose von Kindern mit umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen. In: von Suchodoletz W (Hrsg) Welche Chancen haben Kinder mit Entwicklungsstörungen? Hogrefe, Göttingen, 155 – 199
18. Thal D, Katich J (1996) Predicaments in early identification of specific language impairment: Does the early bird always catch the worm? In: Cole KN, Dale PS, Thal DJ (eds.) Assessment of Communication and Language. Paul H. Brookes, Baltimore, 1 – 28
19. Williams AL, Elbert M (2003) A prospective longitudinal study of phonological development in late talkers. Lang Speech Hear Serv Sch 34: 138 – 153 Korrespondenzadresse
Dr. Dipl.-Psych. Steffi Sachse
Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, Universität Ulm
Beim Alten Fritz 2
89075 Ulm
Tel.: 07 31 / 50 06 20 11, Fax: 07 31 / 50 06 20 49
E-Mail: steffi.sachse@znl-ulm.de